Jugend ist seine wichtigste Vokabel

Porträt: Harry Niebeling hat ehrenamtlich viel für den Fußball getan

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Ehrung beim Kreisfußballtag in diesem Jahr: Landrat und HFV-Präsident Stefan Reuß zeichnete Harry Niebeling für sein ehrenamtliches Wirken mit der silbernen Ehrennadel des Verbandes aus.

Harry Niebeling hat ehrenamtlich viel für den Fußball getan. Ein Porträt. 

Das Wort Jugend ist im Leben von Harry Niebeling die wichtigste Vokabel, die allerdings noch um den Begriff Kinder erweitert werden kann. Wie anders ist es zu erklären, dass Harry und Ehefrau Monika neben ihren beiden Söhnen, die 40 und 38 Jahre alt sind, auch noch einen Pflegesohn (25) und eine -tochter (16) angenommen haben, denen sie die gleiche Wertschätzung entgegenbringen?

Im Ehrenamt viel geleistet

Im Ehrenamt hat Harry Niebeling ebenfalls viel geleistet, auch an dieser Stelle stehen Kinder und Jugendliche ganz oben auf der Skala, die er sportlich und sozial mit großem Engagement geprägt hat. „Ich durfte gleich im zweiten Jahr meiner Tätigkeit als Jugendtrainer meinen größten Erfolg feiern. Wir sind 1997 mit der C-Jugend der SG Sontratal, die sich aus den Trägervereinen Wichmannshausen, Sontra und Pfaffenbachtal/Schemmergrund zusammensetzt, hessischer Vizemeister geworden. In 30 Spielen bis zum Finale, ausgetragen im Bezirk Fulda, haben wir nur einmal verloren. Und das war zwar deutlich mit 0:5 gegen den Bundesliganachwuchs von Eintracht Frankfurt, aber wir waren trotzdem total happy“, erinnert sich Harry Niebeling schon freudig an das Bezirksfinale gegen Homberg: „In diesem Team stand seinerzeit der aktuelle KSV-Hessen-Trainer Tobias Damm und ich konnte auf Spieler wie Sebastian Laubach, Oliver Roth oder meinen Sohn Nils bauen. Und mit Anika Stunz stand ein Mädel in unserer Mannschaft, das später den Sprung in die Frauen-Bundesliga schaffte“, schwärmt der heute 66-Jährige noch immer von diesem Erfolg am 28. Juni 1997.

Beginn 1996 als Jugendtrainer

Nachdem er selbst in der Jugend und bei den Senioren des TSV Wichmannshausen aktiv war, aber aus beruflichen Gründen die Fußballschuhe an den Haken gehangen hat, begann er 1996 als Jugendtrainer und war von 1998 bis 2002 parallel Jugendleiter beim TSV, tadellos unterstützt von Rudi Reimuth. „Das waren quasi meine Startpiloten im Übungsleiter- und Führungsbereich. Nach einer Zwangspause aus gesundheitlichen Gründen, ein Herzinfarkt hat mich für zwölf Monate außer Gefecht gesetzt, begann 2003 mein Weg beim Fußballkreis, wo ich bis 2008 als Beisitzer im Jugendausschuss sowie als Klassenleiter der A-Junioren tätig und für das Ausspielen der Feld-, Hallen- und Pokalrunden verschiedener Alterskategorien verantwortlich war“, so sein Blick zurück.

Und es ging nahtlos weiter, denn von 2008 bis zum Kreisfußballtag 2020 blieb sein ehrenamtlicher Rucksack prall gefüllt mit Arbeit: „Zwischenzeitlich musste ich noch einmal aushelfen und das Amt des Jugendleiters beim TSV übernehmen. Wolfgang Nungesser, der diesen Posten mit Bravour ausgefüllt hat, ist leider für uns alle viel zu früh verstorben. Und im Kreisjugendausschuss war ich als Bildungsbeauftragter, Klassenleiter sowie von 2012 an als Administrator tätig“, macht Harry Niebeling deutlich, dass er in Personalunion ebenfalls von 2008 bis 2020 als Koordinator für Qualifizierung, als Mitglied im Kreissportgericht Werra-Meißner sowie als Einzelrichter für die Kreisligen auch den Eingang in den Kreisfußballausschuss gefunden hat. „Ja, alle diese Aufgaben haben mich gefordert, aber auch geprägt. Und so ist die Wahl zum stellvertretenden Kreisfußballwart, die ich vor einigen Wochen angenommen habe, eine neuerliche Herausforderung. Probleme sehe ich keine, weil ich mich auf die Zusammenarbeit mit Holger Franke freue, denn wir schwimmen auf einer Wellenlänge“, so Harry Niebeling, der im neu gewählten Ausschuss viel junges Blut mit guten Ansichten sieht.

Arbeit des Fördervereins ruht 

Dagegen bedauert er, dass die Arbeit des Fördervereins Fußball Werra-Meißner, wo er 2019 die Position des zweiten Vorsitzenden übernommen hat, wegen der Coronakrise ruht: „Wir hatten so viel vor, wollten interessante Projekte für die Jugend fördern. Und noch etwas: Es ist schade, dass bei Jugendendspielen nur der Sieger etwas vom Verband bekommt. Auch hier wollten wir dranbleiben und nach Corona etwas für die Unterlegenen tun“, spannt Harry Niebeling den Bogen von seinem Geburtsort Wichmannshausen nach Langenhain. „1982 bin ich mit meiner Ehefrau Monika nach Langenhain gezogen, die mir, trotz ihren eigenen sportlichen Ambitionen, immer zur Seite stand und mich bei meinen Ehrenämtern unterstützte. Sie hat sehr erfolgreich beim TSV Langenhain Tischtennis gespielt und unsere Kinder und Pflegekinder mit Hingabe betreut“, schwärmt Harry Niebeling von der familiären Harmonie. Und am Ende des Tages wirft der 66-Jährige, der beruflich als Verwaltungsbeamter, von der Bundeswehr zur Bundespolizei gewechselt ist, noch ein wichtiges Argument schmunzelnd in den Ring: „Die familiären und damit gesellschaftlichen Veränderungen haben uns sprachlich immer auf dem Laufenden gehalten.“

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