Er kommt unter den Hammer

Bahnhof in Hoheneiche wird Ende September versteigert: Gebäude ist denkmalgeschützt

Soll versteigert werden: der Bahnhof in Hoheneiche. Zu dem Gebäude gehört auch noch ein 5200 Quadratmeter großes Grundstück. Foto:  Wüstefeld

Hoheneiche. Schon lange verspricht der Bahnhof in Hoheneiche nicht mehr das, was er vom Namen her eigentlich ist: ein Umsteigeplatz für Zugreisende oder ein Umladeplatz für Güter.

Lange Zeit war das aber der Fall: Am 1876 errichteten Bauwerk machte erst 1980 der letzte Personenzug halt. Und so sind es nicht nur die leblosen Klinker, die am Freitag, 29. September, beim Auktionshaus Karhausen in Berlin versteigert werden: Auch die lebendige Geschichte des Bahnhofs, der unter Denkmalschutz steht, kommt mit unter den Hammer; ihr wird dann ein neues Kapitel hinzugefügt.

Der Bahnhof

Versteigert wird der Bahnhof mit einer Wohn- und Nutzfläche von etwa 700 Quadratmetern, wovon aber gut 190 Quadratmeter vermietet sind. „Dadurch werden jährliche Einnahmen von etwa 6100 Euro erzielt“, sagt der Auktionator Matthias Knake, Vorstand der Karhausen AG. Er weist darauf hin, dass das zweigeschossige Gebäude samt der angrenzenden Güterhalle in einem sanierungsbedürftigen Zustand ist und es Schäden durch zum Beispiel Feuchtigkeit und den Leerstand gebe. Zum Bahnhof gehört darüber hinaus noch ein Grundstück mit einer Fläche vom etwa 5200 Quadratmetern.

Was es zu bedenken gilt: Der Bahnhof ist nach wie vor bahngewidmet und bleibt das auch nach der Versteigerung. Mitarbeitern der Deutschen Bahn AG muss also der Zugang zu den betriebsnotwendigen Bahnanlagen gewährt werden.

Die Geschichte

Einst hatte der Bahnhof für den Ort eine gewisse Bedeutung. Denn über den konnten nicht nur die vielen 100 Mitarbeiter der Trumpf-Strumpffabrik Rollmann und Rose, die kurz vor 1900 in Hoheneiche errichtet wurde, einfach zur Arbeit gelangen. Weil damals zudem die Bundesstraßen 7 und 27 auch noch durch den Ort führten, konnten Ankommende schnell ihren weiteren Reiseweg antreten. Beide überörtlichen Straßen sind erst Mitte des 20. Jahrhunderts aus dem Ort heraus verlegt worden.

Das Bieterverfahren

Der Mindestpreis im Bieterverfahren liegt bei 27 500 Euro plus Maklergebühren; laut dem Auktionshaus ist das preiswert. Versteigert werden soll der Bahnhof am Freitag, 29. September, ab 14 Uhr in Berlin im Auditorium Friedrichstraße im Quartier 110, Friedrichstraße 180. Falls Interessenten daran nicht persönlich teilnehmen können, gibt es auch die Möglichkeit der telefonischen Registrierung (030/8 90 48 56) oder der Erteilung eines schriftlichen Bieterauftrages. Zudem sind Besichtigungstermine vor der Auktion möglich; auch ein ausführliches Exposé können sich Kaufinteressenten vorher zuschicken lassen.

www.karhausen-ag.de

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