Hoheneiche: Zweiter Anlauf für Ortsbeiratsliste am Samstag

Die Formulare sind noch leer: Weil bei dem ersten Versuch keine Liste für den Ortsbeirat zusammenkam, startet Klaus Großkurth am Samstag einen neuen – und letzten – Versuch. Foto:  Wüstefeld

Hoheneiche.In Hoheneiche ist der erste Anlauf, eine Liste für den Ortsbeirat aufzustellen, gescheitert. Der SPD-Politiker Klaus Großkurth zeigt sich entsetzt - und startet einen letzten Versuch.

Es war ein Abend, den Klaus Großkurth so schnell nicht vergessen wird: Als der Vorsitzende des SPD-Ortsverbands Wehretal vor gut zweieinhalb Wochen die Hoheneicher Bürger dazu eingeladen hatte, sich über den Ortsbeirat zu informieren und sich möglicherweise auch für eine Kandidatur für die nächste Wahl bereitzustellen, erlebte er einen massiven Dämpfer. „Von den mehr als 700 Bürgern waren gerade einmal sieben gekommen“, ist der 62-Jährige noch immer fassungslos. Zu wenig, um überhaupt eine neue Liste aufzustellen, mit der man bei der Kommunalwahl hätte antreten können. „Deshalb gibt es jetzt einen zweiten Versuch.“ Der ist an diesem Samstag, 28. November, um 16 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus.

Vorschlagsrecht 

Für die geringe Beteiligung beim ersten Versuch, eine Liste für den Ortsbeirat aufzustellen, hat Großkurth keine genauen Gründe, nur Vermutungen: „Die meisten machen sich wohl einfach keine Gedanken, dass ein Ortsbeirat wichtig ist.“ Denn auch wenn der wenig Mitspracherecht habe, wenn es um Entscheidungen geht, könne er Vorschläge angeben und die Belange der Bürger an den Gemeindevorstand weiterreichen. „Viele Menschen haben immer noch Hemmungen, den Bürgermeister direkt anzusprechen.“

Sieben Mitglieder werden gesucht 

Sollten sich am Samstag aber nicht genügend Menschen finden, die sich vorstellen könnten, im Ortsbeirat mitzuwirken, müssten die Hoheneicher aber genau das ab März 2016 nach der Kommunalwahl machen. „Dann wird es hier eben keinen Ortsbeirat mehr geben.“ Aus sieben Mitgliedern besteht der Ortsbeirat, damit die Hoheneicher aber wählen könnten, sollten mehr auf der Liste drauf stehen. „Deswegen habe ich jetzt noch mal einige persönlich angesprochen, ob sie sich dieses Ehrenamt nicht vorstellen können.“ Fünf Zusagen habe er bereits, „was aber nicht genug ist“. Dabei müssten sich die Bürger nicht mal mehr unbedingt auf eine Partei festlegen: Zusammen mit der FWG bietet die SPD eine gemeinsame Liste an, für die sich auch Menschen ohne Parteibuch aufstellen lassen können.

Ortsbeiräte nicht zwingend notwendig 

Gleichzeitig zur Wahl der Gemeindevertretung erfolgt in Hessen auch die Wahl zu den Ortsbeiräten, deren Mitglieder für eine Dauer von fünf Jahren ihre Tätigkeit aufnehmen. Ihre Kompetenzen beschränken sich auf ein Anhörungs- und Vorschlagsrecht. Laut der Hessischen Gemeindeordnung können die Ortsbeiräte nach einer Amtszeit auch aufgehoben werden oder es findet sich niemand mehr, der einen bildet. In der Gemeinde Wehretal mit seinen fünf Ortsteilen haben Hoheneiche, Vierbach und Langenhain ein solches Organ, in Reichensachsen und Oetmannshausen gibt es das nicht mehr.

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