Hühner, Hähne und ein Hühnermobil

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Im Hühnerstall von Gita Sandrock in Reichensachsen.

Reichensachsen/Niederdünzebach. Braun und weiß – das sind die vorrangigen Farben, die man im Stall der Legehennen auf dem Biolandhof Sandrock sieht. Die Hennen wuseln in alle Richtungen, picken auf dem Boden herum und hüpfen galant über ein paar Eier, die mitten im Stall liegen. Über 1000 Hühner leben in einem Stall auf dem Biolandhof von Gita Sandrock. Vier Hühner teilen sich einen Quadratmeter.

Voll ist es in dem Stall, doch gleich daneben können die Hennen durch offene Fenster hüpfen. Dort befindet sich der überdachte Auslauf. Und wenn es den Hühnern dort zu eng wird, haben sie die Möglichkeit im Grünen noch mehr Auslauf zu genießen.

Seit 2004 leitet Gita Sandrock mit ihrem Mann den Biolandhof in Reichensachsen. Seit 1975 wird der Hof nach den Richtlinien des Bio-Verbands bewirtschaftet, dazu hatten sich Sandrocks Eltern, Cornelia und Herbert Sandrock, ganz bewusst entschieden. Aktuell leben 2300 Hühner auf dem Biohof. Dort werden auch 50 Hektar Ackerland bewirtschaftet, wo Winterweizen, Erbsen und Sommergerste angebaut werden, welches dann an die Hühner verfüttert wird. Seit einem halben Jahr verfolgt Gita Sandrock ein neues Projekt. Sie kooperiert mit dem Bioland-Hof Werragut von Katharina Nennewitz, die die männlichen Küken für sie aufzieht. Denn diese sind in ihrer Aufzucht sehr teuer, weil sie viermal so lang brauchen, um das gleiche Gewicht eines Masthähnchens zu erreichen. Die Bruderhahn Initiative Deutschland (BID) hat eine Lösung gefunden: Die Eier der Hennen werden vier Cent teurer verkauft. So können darüber die Bruderhähne subventioniert werden. Die Bruderhähne werden regional geschlachtet und im Hofladen und beim Großhändler verkauft.

Kunden, die einmal Bruderhähne gekauft haben, seien begeistert und kaufen sie auch wieder, meint Sandrock. „Es ist ein langsamer Prozess, das dauert seine Zeit, bis es sich etabliert hat“, sagt die junge Frau. Das Fleisch der Hähne sei fester und intensiver im Geschmack, weil sie länger gehalten werden. Jede Menge Auslauf haben die Hähne auf dem Bioland-Hof Werragut in Niederdünzebach. 20 Wochen werden sie hier aufgezogen, bis sie ihr Schlachtgewicht erreicht haben. Die Hähne bekommen keine Antibiotika und werden nur mit Bio-Futter versorgt.

Von Franziska Kiele

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