Die Narren nehmen Anlauf

Karneval in Reichensachsen: Partysitzung mit Tanz, Schauspiel und Gesang

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Das Männerballett: Die Schoppendales geben zum Abschluss des Abends nochmal alles und beweisen vor allem ganz viel Sex-Appeal.

Reichensachsen – Unterhaltung vom Feinsten mit Künstlern aus der Region erwartete die Gäste Samstagabend bei der Partysitzung zum Karneval in Reichensachsen im Bürgerhaus.

„Ich könnte mir nichts Besseres für meinen Junggesellinnenabschied vorstellen“, schwärmte Liane Fischer und traf damit den Nagel auf den Kopf.

Größere Probleme, den Nagel auf den Kopf zu treffen, hatten dagegen die „Bau-Profis“ vom Bischhausener Karneval: Ihr Schauspiel rund um drei ostdeutsche Bauarbeiter erklärte, wie die ein oder anderen Missgeschicke auf Baustelle entstehen. „Ich hab’ ne Idee“ war der Satz des Abends, der der Baupolizei einen Schrecken einjagen konnte. 

Kurzfristig musste eine Stehlampe gebaut werden; kniffliger war es aber, deren Länge im Stehen zu messen; kurzerhand legte der Chef sie also um: „Ja willst du jetzt die Länge oder die Breite wissen“, zeigt sich Ronny verwirrt, und das Publikum war bei einem Höhepunkt des Abends angelangt.

Drei Jahrzehnte auf die Schuppe genommen

Ausgelassene Stimmung: Bis tief in die Nacht feiern Steffi, Salome, Sarah, Matschi, Tobbi und Kay.

Unterhaltsam moderiert wurde die Veranstaltung unter dem Motto „Was war denn da? – Von den 60er- bis zu den 80er-Jahren“ von Jan Phillipent, Karnevals-Vizepräsident Volker Strube und Präsident David Fischer. Das Trio, das sich selbst in kleinen Sketchen nicht zu ernst nahm, strukturierte den Abend frei nach Heinz Erhardt: „Es singe, wem Gesang gegeben; wer’s nicht kann, der soll einen heben“.

Ladyknacker begeistern das Publikum

Die Ladyknacker aus Reichensachsen gaben das eine oder andere Ständchen mit bekannten Volksmelodien zum Besten. Highlight des Auftritts war der Feuerwehrsong „Eine heiße Hose“, der für Furore im Publikum sorgte. Was wäre eine Karnevalsparty ohne den Bezug zur Politik? Ohne den närrischen Sarkasmus auf die Spitze zu treiben, erhielt der scheidende Bürgermeister Jochen Kistner einen eigenen Abschiedssong von den Ladyknackern: „Bye, bye, mach’s gut, Jochen“. 

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Als Solist legte Walter Koschalka, der auch den Ladyknackern ihre Stimme einhaucht, noch einen drauf: mit dem zwölf Jahre alten Song „Nur noch eine kleine Weile, dann wird unser Dorf zur Stadt“ blickte Koschalka auf Sparmaßnahmen der Gemeinde zurück. Doch nicht nur die Männer lockte es auf die Bühne des ausverkauften Saals mit fast 200 Gästen: Das „Weiberteam“ unterhielt mit dem Schauspiel in einer Arztpraxis, die Diskretion nicht allzu groß schreibt. „Wegen der neuen Datenschutzgrundverordnung darf ich sie nicht mehr mit Namen aufrufen. Der Patient mit dem Hodenhochstand bitte in Zimmer 1“. Als einzige Büttenrednerin des Abends überzeugte Hilde Willes, die sich mit der Partnersuche beschäftigte.

Die grüne Garde aus Reichensachsen und die Prinzengarde aus Fürstenhagen zeigten die ein oder anderen Meisterleistungen, bevor das Männerballett Schoppendales Sex-Appeal beweis.

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Karneval in Reichensachsen - Bilder der Partysitzung

Von Lorenz Schöggl

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