Besser lernen durch Bewegung

Kleeblattschule Reichensachsen nimmt als eine von drei Grundschulen an Programm Erasmus Plus teil

Reichensachsen. Wer sich bewegt, aktiviert die motorischen Zentren des Gehirns – und lernt somit besser. Was auch an der Kleeblattschule in Reichensachsen längst kein Geheimnis mehr ist, wird dort jetzt noch einmal gefördert: von niemand Geringerem als der Europäischen Union.

Die unterstützt mit ihrem Programm Erasmus Plus Projekte aus dem Bereich Bildung, Jugend und Sport und hat derzeit den Schwerpunkt der Verhinderung der Jugendarbeitslosigkeit in Europa. „Für uns als Grundschule ist das natürlich erst einmal schwierig, da ein passendes Konzept zu erarbeiten“, gesteht Andrea Pohle ein, die sich mit Anja von Specht federführend um die Bewerbung zur Aufnahme in das Programm gekümmert hat.

Umso stolzer seien beide, dass es dann doch geklappt hat: Als eine von nur drei geförderten Grundschulen überhaupt und als einzige in Nordhessen bekommt die Kleeblattschule in den kommenden drei Jahren eine finanzielle Unterstützung für ihr Projekt „run, jump, learn“ (rennen, springen, lernen), das sie zusammen mit vier Partnerschulen aus Finnland, Schweden, Spanien und Wales auf die Beine gestellt hat.

Entwickelt werden sollen Bewegungsangebote, die während der Schulzeit umgesetzt werden können: Die Kleeblattschule zum Beispiel wird ihren schuleigenen Wald noch stärker einbeziehen und den Partnerschulen vorstellen. Von denen wiederum konnten Pohle und von Specht bereits einige nützliche Tipps mit nach Deutschland bringen: Zum Beispiel gebe es sogenannte Bewegungs-Säckchen, die mit einem Ball und einem Band ausgestattet sind. „Bei den Walisern wird dieses Säckchen von Schüler zu Schüler gereicht und jeder kann eintragen, wie er die beiden Utensilien genutzt hat.“ So werde jedes der Kinder an den Sport herangeführt – in Reichensachsen soll ein solches Säckchen ab dem Sommer in den neuen ersten Klassen verteilt werden. Zudem ist eine Bewegungskarte geplant: Auf der soll eingetragen werden, wo sich die Kinder auf dem Schulgelände gut bewegen können.

„Es geht bei dem Programm Erasmus Plus nicht darum, dass die Schüler in die anderen Länder reisen, wie das bei den Jugendlichen der Fall ist“, erklärt von Specht. Diesen Part übernehmen die Lehrer, um die anderen Schulsysteme kennenzulernen und eben die Bewegungsmöglichkeiten auszuloten. Die Kinder würden von den neuen Inhalten natürlich profitieren, sich in einer AG mit den Ländern der Kooperationsschulen beschäftigen und mit deren Schülern über das Internet Kontakt halten – das bei dem Bewegungsangebot auch eine wichtige Rolle spielen wird, da darüber zum Beispiel Lern-Apps bereitgestellt werden können.

• Für das Projekt „run, jump, learn“ haben die Verantwortlichen einen englischsprachigen Blog im Internet erstellt. Dort sind Informationen zu den Schulen zu finden, auch Videos von Bewegungsaktionen werden dort hochgeladen: https://runjumplearn.wordpress.com

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