Am Samstag ist Demo in Berlin

Kleine Bio-Betriebe fördern

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Von Witzenhausen zur Demo nach Berlin: An der Organisation beteiligen sich (nicht alle auf dem Bild) unter anderem Sarah Ziegenhorn, Anna Kenner, Carla Proetzel, Henrik Maaß und David Kilian von der jAbL, Hans Jürgen Müller von der Vereinigung ökologische Landwirtschaft, Frank und Heide Tilgner vom BUND, Bio-Landwirtin Gita Sandrock vom Verein für Regionalentwicklung, Renate Kaupenjohann von Bioland, Sabine Marten, Vorstandssprecherin der Kreisgrünen , Jeanette Lange von der AG bäuerliche Landwirtschaft Hessen, Imker Manuel Naß, Bio-Landwirt Jörg Kaiser sowie die Studenten Arian Weber und Jeanette van der Helm.

Reichensachsen. Es ist Zeit für eine Wende in der Agrarpolitik - weg von Agrarindustrie und Gentechnik hin zu kleinbäuerlich, biologisch geführten Betrieben. Dies fordern am Samstag wieder tausende Demonstranten anlässlich des internationalen Agrarministergipfels in Berlin. Auch aus dem Werra-Meißner-Kreis werden wieder zwei Busse nach Berlin starten.

„Wir müssen alle essen und wollen gesunde Lebensmittel - deshalb geht die Demo auch alle an“, sagt Sarah Ziegenhorn von der jungen Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (jAbL). Ziegenhorn demonstriert zudem verkleidet als Leguminosenkönigin, um so für den stärkeren Anbau von solchen Hülsenfrüchten (Leguminosen) als Futtermittel zu werben. „Es ist nicht gut, dass Regenwälder abgeholzt werden, um genmanipuliertes Soja für Tierfutter anzubauen“, sagt sie.

„Die Arbeit muss sich für Landwirte wieder lohnen.“

Gita Sandrock

Zumal die Hülsenfrüchte hier vor Ort und mit weniger Dünger angebaut werden können. Zudem sei es wissenschaftlich erwiesen, dass eine industrialisierte Landwirtschaft mit Monokulturen nicht das Hungerproblem der Welt lösen kann. „Die Zukunft liegt in kleinen Bio-Betrieben, die ihre Region versorgen“, sagt sie. Die Landwirte aus der Region übernähmen zudem auch die gesellschaftlich wichtige Aufgabe der Landschaftspflege, sagt Bio-Landwirt Jörg Kaiser aus Frankershausen. Deshalb sei es wichtig, dass die Arbeit der Landwirte in der Gesellschaft auch wieder mehr Anerkennung bekomme, fügt Bio-Landwirtin Gita Sandrock aus Reichensachsen hinzu. Die Verbraucher müssten einsehen, dass qualitativ hochwertige Lebensmittel auch etwas kosten. „Die Arbeit muss sich für Landwirte wieder lohnen.“

Darauf setzt auch Agrarstudent Arian Weber: „Ich hoffe einfach, dass sich die Landwirtschaft so verändert, dass ich einmal damit meinen Lebensunterhalt bestreiten kann.“ Auch Imker Manuel Naß ist bei der Demo dabei, weil er seinen Betrieb gefährdet sieht. Für Hendrik Maaß von der jAbL ist die Zeit genau richtig, denn für 2013 stehen wichtige Weichenstellungen in Deutschland und Europa an. „In der EU gibt es schon gute Ideen, aber Angela Merkel steht noch zu sehr auf der Bremse“, sagt Maaß. Erst jüngst seien die Förderungen für Bergbauern, die ihren Betrieb in arbeitsintensiver Lage haben, gekürzt worden. Nun hoffen die Demonstranten, dass eine bäuerlich-nachhaltige Landwirtschaft wieder mehr gefördert wird.

Organisiert wird die Tour von der jAbl. Los geht es am Samstag um 5.30 Uhr vom Tegut-Markt in Witzenhausen. Anmelden kann man sich bis Freitag bei Mr. Copy, im Weltladen, im Schachtelhalm oder per Mail an junge-abl@abl-ev.de.

Von Diana Rissmann

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