St. Michael in Hoheneiche wird morgen entwidmet und der Weltlichkeit zugeführt

Kleine Kirche zu verkaufen

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Pfarrer Joachim Hartel kümmert sich persönlich um die sachgemäße Weiterverwendung der liturgischen Einrichtung. Der Altar soll Stein für Stein auseinandergenommen werden, um zu prüfen, ob Reliquien eingemauert sind.

Hoheneiche. Sie sind schon arm dran, die Hoheneicher. Erst der letzte Lebensmittelladen, dann die letzte Kneipe, jetzt wird die katholische Kirsche dichtgemacht. Auch hier gibt es keinen Bedarf und keine Nachfrage, eine Taufe vor 18 Monaten war die letzte Nutzung der kleinen St.-MichaelKirche in der Leipziger Straße, sagt Pfarrer Joachim Hartel aus Sontra.

Er ist nur der Verwalter der Immobilie, die seelsorgerische Betreuung kommt aus Reichensachsen und damit von Dechant Mario Kawollek aus Eschwege. Hoheneiche hatte nie einen eigenen Pfarrer, seit dem Bau 1966/67 war St. Michael immer nur eine Filialkirche, mal zu Netra, mal zu Reichensachsen gehörig. Die Glocke ist eine Attrappe, das Geläut kommt von einer DVD über Lautsprecher, am morgigen Sonntag um 15 Uhr zum letzten Mal.

Aus Fulda kommt Monsignore Christoph Steinert, ehemals Dechant für den Werra-Meißner-Kreis, um die Kirche zu profanieren. Das heißt, sie wird entwidmet und steht anderweitiger Nutzung zur Verfügung. Welche das auf keinen Fall sein darf, wird einem potenziellen Kaufinteressenten im Kaufvertrag mitgeteilt, dafür bekommt er das Objekt samt Grundstück auch relativ günstig, wie der Kirchenverkauf in Niederhone gezeigt hat, über Summen allerdings schweigt das Immobilienbüro des Bistums. Zum Profanierungsgottesdienst ist jedermann herzlich eingeladen.

Von Helmut Mayer

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