Neben eigener Nutzung vermietet der SVR den Platz und zahlt so den Kredit für den Eigenanteil zurück

Kunstrasen ist prima ausgelastet

+
Einweihungsspiel: (Von links) SVR-Vorsitzender Jürgen Beck, Kreisfußballwart Horst Schott, Landrat Stefan Reuß als Schiedsrichter, Bauunternehmer Horst Küllmer, Peter Apel und Harald Zaremba von der Fußballabteilung.

Reichensachsen. Es ist der zweite Winter in der Kunstrasenära der SVR-Fußballer. Und die seinerzeit politisch nicht unumstrittene Investition hat sich schon bewährt, berichtet Peter Apel von der Fußballsparte. 13 SVR-Mannschaften trainieren und spielen von November bis März ausschließlich auf dem Kunstrasenplatz.

750,18 Stunden wurde der Platz 2012 genutzt, im Sommer nur, wenn der Hauptplatz ausgelastet ist, bei Schnee im Winter darf nicht auf dem künstlichen Rasen gespielt werden, berichtet Jugendleiter Harald Zaremba. Das Material hat keine Macken, bisher gab es noch keine Reparaturnotwendigkeit, an stark strapazierten Stellen im Strafraum wird gelegentlich Granulat neu verteilt, erläutert Peter Apel die absolute Zufriedenheit mit dem Platz.

Es gab seitdem keinen Trainingsausfall und man müsse nicht mehr außerhalb auf beleuchteten Straßen Lauftraining absolvieren, das geht jetzt alles unter Flutlicht auf dem Kunstrasen, berichtet Jens Herzog, Trainer der 1. Mannschaft. Von 29 Spielen wurden 25 gewonnen, die Truppe sei viel besser aus dem Wintertraining gekommen als zuvor und damit sei die Chancengleichheit zu den Konkurrenten aus dem Raum Kassel besser geworden, vor allem im Jugendbereich.

Dass die Jungs aus acht Mannschaften mit sauberen Klamotten nach Hause kommen, ist ein erfreulicher Nebeneffekt für die Mütter. Eine Ersparnis von 700 Euro im Jahr für das nun entfallende Abkreiden freut den Kassenwart. Der ist bei allem sportlichen Erfolg der wichtigste Mann, jedenfalls, bis die Fußballabteilung den Kredit für ihren finanziellen Beitrag abbezahlt hat. „Da haben wir 20 Jahre dran zu knabbern“, sagt Peter Apel. Die ursprünglich kalkulierten 50 000 Euro haben nicht gereicht, was darüber liegt, mussten die Fußballer übernehmen, die genaue Summe will Apel nicht nennen. Momentan läuft es gut, der Platz wird monatlich 40 bis 50 Stunden von anderen Vereinen angemietet. Weidenhausen, Eschwege 07, Wichmannshausen, Witzenhausen, Bad Sooden-Allendorf sind Stammkunden, sogar aus Thüringen sind welche dabei, denn der nächste Kunstrasenplatz ist in Gotha. Weidenhausen beispielsweise zahlt für ein Freundschaftsspiel 140 Euro, teilt sich das mit dem Gegner. In der Nettosumme von 117 Euro sind Umkleide, Dusche und ein Mann Personal enthalten, erklärt Peter Apel den Preis.

Der SV Adler absolviert seine komplette Vorbereitung im Winter in Reichensachsen, hält ihn „für einen der besten Kunstrasenplätze in Nordhessen“, sagt Sprecher Stefan Stederoth. Alternativ könnte man nach Göttingen fahren, was aber mit Anfahrt die gleichen Kosten verursacht, „wir tun es hier und unterstützen die Region“, so Stederoth. Bislang habe sich das Risiko gelohnt, freut sich Peter Apel, der „Vater“ des Platzes, auf den er täglich ein sorgsames Auge wirft.

Von Helmut Mayer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare