Landfrauen aus Reichensachsen mit Draisine unterwegs

Waren mit der Draisine im Obereichsfeld unterwegs: die Landfrauen aus Reichensachsen. Foto: privat

Reichensachsen. Auf dem Eisenbahnviadukt im Eichsfeld waren die Landfrauen aus Reichensachsen unterwegs. Sie fuhren dort mit einer Draisine. 

Im Obereichsfeld, in den romantischen Tälern der Frieda und Lutter, schlängelt sich wohl eine der imposantesten Eisenbahnlinien Deutschlands. Von Dingelstädt bis Frieda durchfuhr die Bahn einst sechs Tunnel und überquerte vier Viadukte, insbesondere das einmalige, den ganzen Ort Lengenfeld unterm Stein überspannende Eisenbahnviadukt. Dorthin fuhren die Landfrauen Reichensachsen, um mit der Erlebnis-Draisine zu fahren.

Das Ziel, Lengenfeld unterm Stein, war schnell erreicht. Aber dann bestiegen die Landfrauen den Waggon, und dann ging es los – in schwindelnder Höhe über das den ganzen Ort überspannende Eisenbahnviadukt durch Tunnel bis zum Bahnhof Großbartloff. Hier war Endstation, man konnte aussteigen, Ausblicke genießen und sich Gedanken über die Vergangenheit machen.

Unterwegs erzählte der Lokführer einige Geschichten aus der Vergangenheit. Im Jahr 1875 wurde mit dem Bau der Bahnstrecke Leinefelde-Eschwege begonnen und im Mai 1880 wurde sie zum ersten Mal befahren. Die Bauzeit dauerte fünf Jahre. Die alten Leute sprechen gern von der „Isenbahnziet“. Das Tor zur Welt war aufgetan mit Inbetriebnahme der Bahn – nun konnte man mit der Bahn fahren und musste nicht mehr zu Fuß gehen.

Aber warum Kanonenbahn? Die Baugeschichte der Bahnlinie verweist auf militärische Gründe, daher gab man ihr vom Volksmund scherzhaft den Beinamen Kanonenbahn. Nach der Einstellung des Bahnbetriebs im Jahr 1992 sollten der Viadukt und die Gleisanlagen demontiert werden. Dies konnte jedoch, weil man den touristischen Wert erkannt hatte, durch die Gründung eines Betreibervereins bislang verhindert werden. Auf der Strecke betreibt der Eichsfelder Kanonenbahnverein auch eine Fahrrad-Draisinenstrecke.

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