Helfer in allen Lebenslagen

Manfred Schüler kümmert sich um Senioren aus Reichensachsen

Der Helfer in vielen Bereichen: Manfred Schüler aus Reichensachsen kümmert sich mit viel Herz ehrenamtlich um betagte Mitmenschen. Foto: dt

Reichensachsen. Ein Helfer in allen Lebenslagen ist der Reichensächser Manfred Schüler. Er kümmert sich ehrenamtlich um die Bewohner des Forstgartenstiftes. 

Schon sein Arbeitsleben war sehr turbulent. Aber auch im Ruhestand hat bei Manfred Schüler aus Reichensachsen die Ruhe keine Chance, er ist ständig umtriebig und gehört zu der Sorte von Menschen, die zu Helfern in allen Lebenslagen gehören. Vor allem für die Bewohner des Forstgarten-Stiftes in Reichensachsen ist er ein Glücksfall, denn sein Herz schlägt für Betagte, die Hilfe benötigen.

Ein wichtiger Tag ist für den rüstigen Rentner der 1. April. Manfred Schüler ist aber gewiss kein Aprilscherz. Am 1. April 1951 hat mit seiner Geburt im kleinen Sontraer Stadtteil Wölfterode alles begonnen. Kurioserweise begann auch sein Berufsleben mit nur 14 Jahren am 1. April 1965, als er nach der Schulzeit in Ulfen bei den Rotenburger Metallwerken eine Lehre zum Maschinenschlosser angetreten hat. „Das war eine harte Nummer“, spricht Manfred Schüler seinen damaligen Alltag an, der ihn über 15 Stunden beschäftigte. Um 4.30 Uhr ging es mit dem Fahrrad nach Richelsdorf, von dort mit dem Bus nach Bebra, um mit dem Zug nach Rotenburg zu fahren. Die gleiche Prozedur wiederholte sich in umgekehrter Reihenfolge am Abend, erst gegen 20 Uhr war er wieder in Wölfterode, und das mit nur 14.

Nach der Ausbildung zog es ihn mit 17 zur Bundeswehr-Luftwaffe nach Rotenburg. Als er allerdings acht Jahre später nach Ulm versetzt werden sollte, kapitulierte der Heimatverbundene aus Wölfterode, der nun zu Kali und Salz wechselte und bis zu seinem Ruhestand im Jahre 2008 unter Tage im so genanten Gedinge (Abbau) tätig war.

„Meine Ehefrau Elfie, deren berufliche Erfüllung die Altenpflege war und noch heute ist, motivierte mich damals, doch nicht auf der faulen Rentnerhaut zu liegen. Und so habe ich in der Folge fünf Jahre in Sontra Taxi gefahren“, erklärt Manfred Schüler beim WR-Gespräch. Als die Kinder aus dem großen Haus mit einem Grundstück von 2600 Quadratmetern ausgezogen waren, wurde ihm speziell die Rasenpflege zu viel. „Wir wollten noch mal etwas Neues. Zum Glück konnten wir unser Haus an eine Familie aus Lauchröden verkaufen. Und dann war da wieder ein 1. April. Nämlich 2016, da sind wir in die Blaue-Kuppe-Straße nach Reichensachsen gezogen. Meine Elfie hatte nach Jahren in Rotenburg bei „Pflege Daheim“ eine neue Anstellung gefunden. So bin ich mit meinen 64 Jahren im benachbarten Forstgarten-Stift bei der Familie Wolf vorstellig geworden und habe dort angeboten, ehrenamtlich mitzuhelfen“, erklärt Manfred Schüler, dass er mit offenen Armen aufgenommen wurde.

Seine Arbeit ist vielfältig: „Ich betreue die Bewohner, beschäftige sie mit Spielen, gehe für sie und mit ihnen einkaufen, organisiere Fahrten wie jüngst zur Mohnblüte oder zu meinem früheren Arbeitgeber K&S. Ich mache ganz einfach alles zur Freude der Heimbewohner“, sagt Manfred Schüler. Und weiter: „Viele Leute fragen mich, warum ehrenamtlich? Dann sage ich, das freudige Lachen der Senioren ist mir wichtiger als ein Zehn-Euro-Schein.“ Da Manfred Schüler, der quasi vorbelastet war, weil er seine demenzkranken Eltern bereits mit Hingabe gepflegt hat, auch handwerklich sehr geschickt ist, steht er auch bei defekten Rollstühlen, Fenstern oder Türen seinen Mann. Im Durchschnitt kommen täglich vier bis fünf Stunden zusammen. Er ist in der Tat ein Mann für alle Fälle. „In unserem großen Aufenthaltsraum, der Wichtelstube, müssen nach dem Singkreis, kleinen Feiern oder Gottesdiensten ständig die Tische und Stühle umgestellt werden, da sind meine Hände gefragt“, schmunzelt Manfred Schüler, der jeden Freitag zwischen zehn und zwölf Uhr sein eigenes Hobby fördern kann, wenn er mit einigen Heimbewohnern Skat spielt. Und dann gibt es da noch etwas Neues für ihn: „Wenn der Hausmeister ausfällt, den ich sehr schätze, weil der, ganz einfach ausgedrückt, wahrlich alles kann, vertrete ich ihn. Das lasse ich mir allerdings bezahlen“, schmunzelt Manfred Schüler schon wieder. (dt)

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