Hoheneicher Grundschüler wären zu Fuß schneller in der Schule

90 Minuten Busfahrt für drei Schulstunden

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Gehen auf die Barrikaden: Schüler aus Hoheneiche, die für vier Kilometer STrecke fast 90 Minuten im Bus sitzen müssen.

Wenn Manuel Schirrmeister aus Hoheneiche um 8.05 Uhr zur zweiten Stunde mit dem Bus in die Schule nach Reichensachsen fährt, dann ist er 40 Minuten unterwegs für vier Kilometer.

Hoheneiche.  „Schlimm genug“, sagt seine Mutter Manuela, aber was sie endgültig auf die Palme bringt ist die Tatsache, dass dieses Übel schon vor drei Jahren bemängelt und Abhilfe zugesagt wurde, sich aber nichts geändert hat.

Mutter und Sohn waren schon 2009 unter den Leidtragenden. Mitschüler Marlon kommt montags zweimal in den zweifelhaften Genuss einer ausgiebigen Busrundfahrt, denn der Bus nach der vierten Stunde heimwärts dreht ebenfalls die große Runde über Oberhone, Eltmannshausen, Niddawitzhausen, Vierbach und Oetmannshausen. An diesem Tag ist Marlon für drei Stunden Unterricht eineinhalb Stunden im Bus unterwegs. Auch Luc Planner (9) erträgt das Dilemma schon im vierten Jahr.

Aaron (7) hat einen solchen Horror vor der langen Busfahrt, dass er viermal die Woche Nachmittagsbetreuung an den Unterricht hängt, um gegen 15.15 Uhr auf dem direkten Weg nach Hause zu gelangen. Bei der Hitze der vergangenen Wochen sei für ihn der Langstreckenbus überhaupt nicht in Frage gekommen, sagen seine Eltern.

Während sich die Eltern für die handvoll Grundschüler nach Reichensachsen ein Anrufsammeltaxi vorstellen können, hat der Frust der Schüler/Eltern ab der 5. Klasse einen anderen Grund. Hier sind es um die 20 Schüler nach Eschwege, die um 7.40 die stark befahrene B 7/27 überqueren müssen. Hier ist die Ampel schon mal defekt oder wegen einer Baustelle einfach ausgeschaltet. Und Laternen über die alte Eisenbahnbrücke gibt es auch nicht.

Nach 20 Gesprächen und Ortsbesichtigungen erhoffen sich die Elternsprecherinnen Christiane Planner und Diana Wieditz von einem Treffen mit allen Beteiligten endlich Lösungen für ihre Kinder.
Von Helmut Mayer

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