Mitgestalten wollen liegt in der Familie

Engagieren sich für ihren Heimatort Hoheneiche und die gesamte Gemeinde Wehretal: (von links) Erika und Susanne Großkurth. Foto:  Wüstefeld

Sie kennen sich von zu Hause und machen in der Freizeit gemeinsam Politik. Mehrere Familienmitglieder, die sich politisch engagieren, gibt es in fast jedem Parlament. Meistens gehören sie der gleichen Partei an, manchmal haben sie unterschiedliche Funktionen.

Hoheneiche. Es genügt ein Stichwort, das gefallen ist, und schon entwickelt sich im Hause Großkurth in Hoheneiche eine rege Diskussion. Natürlich können die Laternen nachts ausgeschaltet bleiben, sagt die 34-jährige Susanne, da schlafen doch die meisten Menschen sowieso. Aber wenn dann mal einer unterwegs sei, sagt Mutter Erika, wäre es gut, wenn das Licht brennt - was aber derzeit in der Gemeinde Wehretal nicht der Fall ist. Per Beschluss der Gemeindevertretung bleiben die Laternen zwischen ein Uhr und vier Uhr in der Nacht aus, um Kosten zu sparen.

In eben dieser Gemeindevertretung sind auch Susanne und Erika Großkurth aktiv. Die Tochter im Vorstand, die Mutter in den Reihen der SPD. „Und auch, wenn ich ebenfalls der SPD angehöre - einer Meinung sind wir dadurch noch lange nicht“, sagt die 34-jährige Susanne, deren Vater Klaus der Vorsitzende des SPD-Ortsverbandes Wehretal ist. „Drei Personen bedeuten hier schon mal drei Meinungen.“

Das heiße aber nicht, sind sich die Familienmitglieder einig, die nur wenige Häuser auseinander wohnen, dass man sich deswegen streite. „Wir sind schon offen für die Argumente des anderen und lassen uns dann auch mal überzeugen“, sagt die 62-Jährige Erika Großkurth.

So wie Tochter Susanne ihren Vater Klaus 2005 überzeugen konnte, dass sie sich behaupten kann in der Fraktion: Damals sagte er zu ihr, er nehme sie nicht einfach auf, sie müsse sich schon selbst dafür entscheiden und was tun - was sie dann auch gemacht hat. „Ich war schon als Kind mit, wenn die SPD zum Beispiel wandern war“; erinnert sich Susanne Großkurth, „und mitreden kann man nur, wenn man weiß, worum es geht.“

Über einen Nachrückerplatz gelang sie bei ihrer ersten Wahl 2006 gleich in die Gemeindevertretung, 2011 wurde sie dann direkt gewählt wurde. Einige Jahre lang saß sie dann neben ihrer Mutter im Parlament - bis sie 2014 in den Gemeindevorstand nachrückte und seitdem umfassender über die Geschehnisse in ihrer Heimat informiert ist als ihre Mutter. „Das macht aber nichts“, sagt die, „das können wir klar trennen.“

Geredet wird im privaten Bereich natürlich trotzdem: Auch über die politischen Geschehnisse in Hessen und Deutschland, vor allem aber über das Leben in Hoheneiche. „Wir sind hier in jedem Verein aktiv, bekommen so mit, was gut läuft und wo noch Verbesserungsbedarf besteht.“

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