1. Werra-Rundschau
  2. Lokales
  3. Wehretal

Posaunenchorleiter Norbert Krause wird am Sonntag in Sontra mit Konzert verabschiedet

Erstellt:

Von: Eden Sophie Rimbach

Kommentare

Zu hören sein wird Norbert Krause am Sonntag.
Zu hören sein wird Norbert Krause am Sonntag. © Eden Sophie Rimbach

Reichensachen – „Seit meiner frühsten Kindheit waren die Wochenenden unserer Familie durch gemeinsame Unternehmungen mit vielen anderen Menschen geprägt“, erinnert sich Norbert Krause. Besonders dabei war: „Uns alle verband etwas Gemeinsames: das Musizieren mit Blechblasinstrumenten zum Lobe Gottes.“

Geistliche Musik begleitete den heute 72-Jährigen seither in seiner Freizeit und auch in seinem Beruf. Als Pfarrer kam er in 1980 nach Reichensachsen und blieb dort bis zum Beginn seines Ruhestands im November 2011.

Welchen Einfluss die Musik darauf hatte, erklärt er: „Mir war während meiner Dienstzeit als aktiver Pfarrer immer wichtig, nicht nur mit dem Wort den Verstand meiner Predigthörer zu erreichen. Sicher können wir auch mit dem Predigtwort das Herz der Menschen erreichen, aber die Musik wirkt auf einer anderen, der emotionalen Ebene.“

41 Jahre aktive kirchenmusikalische Arbeit

Über 41 Jahre erstreckt sich die intensive, aktive kirchenmusikalische Arbeit, die er im Kirchenkreis geleistet hat. 2005 wurde ihm für sein Wirken die Phlipp-Ncolai-Medallie überreicht.

Privat blickt Krause allerdings schon auf 61 Jahre als Bläser zurück: Im Frühjahr 1961 begann für den damals Elfjährigen der Unterricht an der Trompete und dem Kuhlo-Flügelhorn. Er lernte im Posaunenchor Sand/ Bad Emstal, den sein Vater, Kantor Heinz Krause, leitete.

Zwei Jahre später gründete dieser am Reformationstag 1963 den ersten Kinderposaunenchor Deutschlands. Als damals 13-Jähriger war sein Sohn Norbert der ältester Spieler.Nach wenigen Jahren folgten erfolgreiche Teilnahmen beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“.

Schon jung agierte Krause erstmals als Chorleiter: 1969 bereitete er eine Bläsergruppe selbstständig auf einen Regional, Landes- und Bundeswettbewerb in Bielefeld vor. Zudem folgte schon früh die Zusammenarbeit mit namenhaften Musikern. 1971 spielte Krause auf Wunsch Ulrich W. Zimmers hin bei einem Konzert in Kassel unter dessen Leitung.

Schließlich war es der Landesposaunenwart Günther Henze, der Krause 1974 darauf drängte, die Chorleiterprüfung zu absolvieren. Ohne Vorbereitung stellte er sich der Prüfung auf einem Bläserlehrgang. Zahlreiche Workshops und Seminare folgten.

Posaunenchor in Reichensachsen

Im Advent 1980 gründete Krause einen Posaunenchor in seinem neuen Einsatzort Reichensachsen. 33 Jahre lang probte er zweimal wöchentlich mit der Truppe, brachte im regelmäßigen Rhythmus von zwei bis drei Jahren einer neuen Gruppe von Kindern zwischen fünf und zehn Jahren das Spielen auf einem Blechblasinstrument bei. Mit diesem Chor spielte er unter anderem im Bremer Dom und der St. Marienkirche. Außerdem blickt er auf 15 Jahre als Kirchenchorleiter und etwa 20 Jahre im Pfarrer-Kirchenmusikerausschuss zurück.

Die Leitung des Posaunenchors in Sontra übernahm Krause im Mai 2015. In diese Zeit fällt die musikalische Leitung der Thüringer Blechbläserkreises von 2016 bis 2019.

Seine Tätigkeit in Sontra legt er nun nach sieben Jahren nieder. „Ich wollte aufhören, damit jemand Frisches das übernimmt“, sagt er mit Blick auf diese Entscheidung. Sein letztes Konzert mit dem Posaunenchor Sontra hat Krause am zweiten Weihnachtstag vorigen Jahres gegeben. Danach hat der 72-Jährige weder dort dirigiert noch im Chor mitgeblasen. Er wollte seinem Nachfolger die Möglichkeit geben, sich frei in die neue Aufgabe einzufinden.

Verabschiedung am Sonntag

Offiziell verabschiedet werden sollte Krause bereits im Advent. Aufgrund der Pandemie musste das Fest jedoch mehrfach verschoben werden. Am kommenden Sonntag, 22. Mai, nun findet die Verabschiedung mit einem Konzert statt, das um 17 Uhr in der evangelischen Stadtkirche in Sontra beginnt.

Zu diesem Anlass wird für die Gäste eine besondere Konstellation zu hören sein: Gemeinsam mit sieben Bläsern aus einem Umkreis von etwa 50 bis 90 Kilometern Entfernung wird Krause auftreten. Einige von ihnen begleiten den passionierten Musiker bereits seit 60 Jahren.

Alle seine sieben Mitspieler sind wie Krause selbst schon seit ihrer Kindheit musikalisch aktiv , drei von ihnen sind ebenfalls Chorleiter.

Zur Person

Norbert Krause (72) wurde in Sand (heute Bad Emstal) geboren. Nach seiner Ausbildung zum Werkzeugmacher holte er an einer kirchlichen Schule das Abitur nach. Im letzten Semester folgte der Entschluss zum Theologiestudium. Durch seine Pfarrstelle kam er in 1980 nach Reichensachsen, lebt bis heute mit seiner Ehefrau in dem Wehretaler Ortsteil. Gemeinsam hat das Paar zwei Töchter und mittlerweile gehören zwei Enkelsöhne zur Familie.

Von Eden Sopie Rimbach

Faszination: Norbert Krauses erste bewusste Begegnung 1952 mit anderen Posaunenbläsern.
Faszination: Norbert Krauses erste bewusste Begegnung 1952 mit anderen Posaunenbläsern. © privat/Krause

Auch interessant

Kommentare