Der Wichtelbrunnen des Werratalvereins Reichensachsen

Ein mythischer Wichtelkaffee

Immer im Einsatz am Wichtelbrunnen: Gerhard Schmidtke (von links), Bernd Schubert, Bernd Eisenberg und Heinz Ahrens genießen ihren Kaffee, gebrüht mit frischen Quellwasser. Foto: Rissmann

Reichensachsen. Woher der Mythos, das Wasser aus dem Wichtelbrunnen in Reichensachsen habe besondere Kräfte, genau kommt, kann der erste Vorsitzende des Werratalvereins, Bernd Eisenberg, nicht mehr sagen.

Klar ist nur: „Das Wasser hier oben hat eine sehr gute Qualität, ist vom Mineraliengehalt ungefähr wie Apollinaris.“ Mythen ranken sich aber doch irgendwie immer um solche Orte, findet Eisenberg.

„Was Wichtel gebaut, sei deiner Obhut anvertraut, lasst Zeiten kommen und verfliegen, doch dieser Quell wird nie versiegen.“
Aus der Sage

Die Legende des Wichtelbrunnens führt er zurück auf eine alte Sage: Demnach gab es oben auf dem Spitzenberg einen Schafhirten, der dringend Wasser für seine Tiere benötigte und der vom Schweinehirten im Tal, der einst genug Wasservorräte hatte, nie etwas abbekam. Das der fromme Schäfer so litt, konnten die Wichtel auf dem Berg nicht mit ansehen und eines Nachts gruben sie ihm die Quelle. Der Schäfer dankte den Wichteln und teilte sein Wasser mit dem Schweinehirten. Außerhalb der Sage hat Friedrich Wienessen, damals Vorsitzender des Werratalvereins, um 1900 die Quelle auf dem Spitzenberg entdeckt. Schon 1894 hatte Wienessen dort oben eine Bank aufgestellt und sie „Schöne Aussicht“ genannt.

Seit 1928 ist die Quelle im Besitz des Werratalvereins Reichensachsen und auch heute noch teilen die Vereinsmitglieder ihr Wasser mit dem ganzen Ort. Und das wird gut genutzt: Besonders beliebt ist das Wasser zum Kaffeekochen: „Bei diesem guten Wasser, da fragt niemand mehr wo das Kaffeepulver herkommt, der Kaffee schmeckt einfach“, sagt Heinz Ahrens. Der 77-Jährige kümmert sich seit einigen Jahren gemeinsam mit Gerhard Schmidtke (74) und Bernd Schubert (69) um die Anlage rund um den Brunnen.

Und dort gibt es mittlerweile Einiges zu tun, denn rund um den Brunnen ist mittlerweile ein großer Clubraum mit Gastronomie sowie einer Toilettenanlage entstanden. „Insgesamt 450 Stunden haben allein wir drei im vergangenem Jahr hier oben gearbeitet“, erzählen sie. Dabei kümmern sie sich nicht nur um Pflege und Erhaltung der Anlage, sondern auch um den Wanderweg vom Wichtelplatz in Reichensachsen zum Brunnen hoch. Und die etwa halbstündige Wanderung lohnt sich. „Innen und Außen zusammen können hier 200 Leute Platz finden“, sagt Eisenberg.

Der Wichtelbrunnen in Reichensachsen

Und das wird nicht nur zu den großen Veranstaltungen wie zur Walpurgisnacht und dem Bergfest genutzt. Jeden ersten und dritten Sonntag im Monat ist die Hütte von 10 bis 18 Uhr geöffnet und ein bis zwei Ehepaare des etwa 40-köpfigen Servicteams des Vereins bieten frisch gebackenen Kuchen an. Und natürlich Kaffee, aufgebrüht mit dem guten Wasser aus dem Wichtelbrunnen. „Das ist richtig frisch und ganz ohne Zusätze, da schmeckt es einfach“, sagt Ahrens.

Von Diana Rissmann www.wichtelbrunnen.de

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