"Nachwuchs ist wichtig"

Kreiswart Thomas Freitag trainiert Jugendliche im Tischtennis

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Baut auch schonmal im Wohnzimmer eine kleine Tischtennisplatte auf: Thomas Freitag, der sich im Verein in Reichensachsen und als Kreiswart engagiert. 

Wehretal. Eigentlich wollte Thomas Freitag ein bisschen kürzer treten. Deshalb hat der 49-Jährige vor zweieinhalb Jahren beschlossen, kein Tischtennis-Training mehr im Wehretaler Ortsteil Reichensachsen zu geben.

Doch der Vater zweier Töchter kann es nicht lassen: Seit Kurzem trainiert er zumindest den Jugendbereich wieder, denn „der Nachwuchs liegt mir am Herzen, mit dem zu arbeiten, hat mir gefehlt“. Zudem wollte er Vorbild sein: Als Kreiswart animiere er immer wieder die Vereine, sich um neue Mitglieder zu bemühen und diese gut auszubilden. „Da wollte ich nicht nur reden, sondern selbst wieder dafür sorgen“, sagt Freitag, der eine Übungsleiterlizenz hat.

38 Abteilungen 

Auf die faule Haut hat sich der begeisterte Tischtennis-Spieler während der zweieinhalb Jahre, in denen er kein Training gegeben hat, aber nicht. Zum einen hat er sich ganz auf seine Aufgabe als Kreiswart konzentrieren können, der er seit nunmehr neun Jahren ist. „Im Kreis gibt es 38 Vereine oder Abteilungen, die wollen verwaltet werden.“

Zudem stand er selbst wieder öfter hinter der Tischtennis-Platte, um Punktspiele für seine Mannschaft TTC 1962 Albungen zu gewinnen. „Ich habe in Albungen meine Liebe zu diesem Sport entdeckt“, erklärt Freitag, warum er nicht mehr für das Team seines Wohnortes spielt, für das er von 2000 bis 2012 in der Halle stand. „Ich hatte dort meine schönste Zeit.“

Außerdem entgehe er so der Versuchung, sich in Reichensachsen doch wieder mehr zu engagieren als nur im Kinder- und Jugendbereich. „Früher war ich wirklich ständig in der Halle“, erzählt der verheiratete Familienvater, „aber irgendwann wurde mir das zu viel.“ Denn weil sein Wohnhaus nur drei Gehminuten von der Sporthalle entfernt liege, habe er auch mehr und mehr die Rolle eines Hausmeisters übernommen.

Dabei wurde er nicht mehr nur von den Tischtenniskollegen, sondern auch von Sportlern aus anderen Sparten angerufen, wenn mal was nicht in Ordnung war in der Halle. „Ich habe ja aber auch noch eine Familie und einen Job“, macht Freitag deutlich, der bei der Kreisverwaltung im Fachbereich Sport arbeitet.

Und auch, wenn ihn seine Familie und ganz besonders seine Frau immer unterstützt haben: „Ich wollte mich auch mal wieder mehr um die Familie kümmern.“ Und auf gar keinen Fall sein zweites Hobby vernachlässigen: das Doppelkopfspielen mit Freunden. „Das ist einmal im Monat und geht auch dem Tischtennis vor.“

Von Constanze Wüstefeld

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