Gewerbegebiet bleibt hingegen noch Zukunftsmusik

37 neue Bauplätze entstehen

Reichensachsen. In der Gemeinde Wehretal sollen noch in diesem Jahr 37 Bauplätze erschlossen werden. Sobald der Haushalt für dieses Jahr genehmigt ist, soll damit begonnen werden. Das teilte Bürgermeister Jochen Kistner während der Bürgerversammlung am Dienstagabend mit. Auch das geplante Gewerbegebiet stand auf der Tagesordnung.

Das Baugebiet Am Tannenbaum – so heißt das Neubaugebiet, das rechter Hand von der Langenhainer Straße hinter der Paul-Moor-Schule liegt. 37 Bauplätze soll es hier geben, für die mögliche Bauherren schon jetzt ihr Interesse bei der Gemeindeverwaltung bekunden können. Einige Vormerkungen gibt es laut dem Verwaltungschef bereits.

Zwischen 580 und 800 Quadratmetern sind die Grundstücke groß. „Es hat sich gezeigt, dass kleine Grundstücke derzeit ziemlich beliebt sind“, begründet Wehretals Bürgermeister Jochen Kistner die Größe. Insgesamt weist die knapp 24 000 Quadratmeter große Fläche auf, die noch für gut 900 000 Euro erschlossen werden muss.

Über Preise wollte Kistner während der Bürgerversammlung noch nicht sprechen, er geht aber davon aus, dass die Plätze etwas über 60 Euro für den Quadratmeter kosten werden. Mit dem Erwerb eines der Grundstücke soll den Bauherren dann möglichst viel Freiraum bei der Bebauung gelassen werden: „Wir wollen keine Vorgaben machen, was zum Beispiel die Dachfarbe angeht“, erklärt Kistner.

Gewerbegebiet ist Zukunftsmusik

Es ist ein Vorhaben, bei dem wohl noch einige Jahre ins Land gehen werden, sollte in Reichensachsen ein Gewerbegebiet erschlossen werden. Das soll nach Auskunft von Kistner von Eschwege aus kommend am Ortseingang von Reichensachsen angesiedelt werden, Interessenten seien schon vorhanden: So möchte sich der Lebensmittel-Discounter Aldi gerne neu strukturieren und visiert einen Neubau an. Und auch Rewe und der Drogeriemarkt dm hätten schon signalisiert, dass sie sich eine Filiale in Reichensachsen vorstellen könnten.

Doch ob es überhaupt soweit kommt, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar: Das Gelände ist von der Gemeinde zwar als Gewerbegebiet ausgewiesen, derzeit gibt es dort aber vor allem landwirtschaftliche Flächen. „Wir führen deshalb Gespräche mit den Eigentümern“, sagt Kistner. Gespräche gibt es auch auf anderen Ebenen: Die Entscheidung, ob sich ein neuer Lebensmittelmarkt ansiedelt, muss genehmigt werden: „Ein Gutachter muss erst einmal die Verkaufsströme messen und schauen, ob sich das überhaupt lohnt.“

Bedenken hinsichtlich eines Gewerbegebietes äußerte ein besorgter Bürger aus Reichensachsen: Bei der Fläche, die zum Gewerbegebiet werden soll, handele es sich um einen Teil der Retentionsfläche. Die soll im Falle eines Hochwassers als Überflutungsfläche genutzt werden. „Wird die verbaut, steht ja halb Reichensachsen unter Wasser.“ Während sich Kistner zu diesen Bedenken nicht äußerte, gibt Ornithologe Wolfram Brauneis Entwarnung, „wenn man dem Wasser der Wehre einen anderen Raum gibt, sich notfalls auszubreiten“. Er denke da zum Beispiel an die Fläche zwischen der Wehre und der B 27.

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