Nur die Planung steht

Nordumgehung Reichensachsen: Noch immer kein Termin für den Baubeginn

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Reichensachsen. Nach wie vor ist der Baubeginn der geplanten Nordumgehung Reichensachsens nicht absehbar. Das teilt Hessen Mobil auf Anfrage unserer Zeitung mit.

„Am Sachstand hat sich nichts Wesentliches geändert.“ Das bedeutet, dass die Straße, die den Verkehr aus Richtung Eschwege auf die künftige Autobahn 44 leiten soll, um so den Ort zu entlasten, noch in der Planung steckt – was vor allem für die Anwohner der Landstraße eine nicht zufriedenstellende Auskunft ist.

Die hoffen endlich auf seit Langem angekündigte Entlastung, da der gesamte Südwest-Verkehr von Eschwege aus kommend oder in die Gegenrichtung durch ihre Straße läuft. „Der Bau der Umgehungsstraße ist ein Thema, welches vielen Reichensächsern unter den Nägeln brennt“, sagte deshalb Anwohner Helmut Rüppel bereits Ende August bei einer Bürgersprechstunde, zu der der Petitionsausschuss des Landtages eingeladen hatte.

Doch seitdem gibt es nicht viel Neues: Nach wie vor läuft das 2016 beantragte zweite Planfeststellungsverfahren, in dem seit dem Frühjahr „nur einzelne Fachgutachten zum laufenden zweiten Planänderungsverfahren aktualisiert worden“ sind, wie Hessen Mobil mitteilt. Stellungnahmen und Einwände, auch Änderungen hinsichtlich technischer Regelwerke, Neuerungen bei Naturschutzvorhaben oder aktuellere Verkehrsprognosen müssen noch mit eingearbeitet werden.

Diese Vorgänge haben auch dazu geführt, dass es überhaupt ein zweites Planfeststellungsverfahren gibt: Denn bereits 2002 hat Hessen Mobil die Nordumgehungspläne beim Regierungspräsidium in Kassel eingereicht, von wo aus sie öffentlich gemacht wurden – eine Vielzahl von Stellungnahmen und Einwänden hat dann zu einer Überarbeitung geführt. Vier Jahre habe das gedauert.

Ähnliches kann jetzt auch beim zweiten Planfeststellungsverfahren passieren: Sobald dieses veröffentlicht wird – ein Termin ist vonseiten Hessen Mobil nicht genannt – können wieder Einwände abgegeben werden, möglicherweise haben sich auch einzuarbeitende Neuerungen im technischen Bereich ergeben.

Hintergrund: Auch B-27-Ausbau noch nicht terminiert

Ähnlich wie mit dem Bau der Nordumgehung verhält es sich auch für den Ausbau der Teilstrecke der B 27, der die Nordumgehung besser an die künftige A 44 anbinden soll. „Hier wird es erforderlich sein, ein zweites Planänderungsverfahren durchzuführen“, teilt Hessen-Mobil-Sprecher Joachim Schmidt mit. „Die für das Verfahren erforderlichen Unterlagen werden derzeit von uns erstellt.“ Schmidt weist darauf hin, dass beide Projekte – die geplante Nordumgehung und der B-27-Ausbau – völlig unabhängig voneinander sind, sowohl was die Planung als auch die bauliche Realisierung angeht.

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