Nach gegenteiligem Beschluss am 14. Dezember stimmt Parlament jetzt Verkauf zu

Obermühle wird nun doch verkauft

+
Glückliches Ende. Malenka de Lamotte und Obed Verbeek haben ihr Ziel erreicht und können die Obermühle kaufen.

Reichensachsen. 18 von 24 anwesenden Wehretaler Gemeindevertretern stimmten in ihrer Sitzung am Montag im Bürgerhaus Reichensachsen für den Verkauf der Obermühle an das Interessentenpaar Malenka de Lamotte und Obed Verbeek.

Die Stimmen kamen von SPD (10), FWG (4) und CDU (4). Drei SPD-Abgeordnete und der FDP-Mann stimmten dagegen, Parlamentsvorsitzende Heike Nölke enthielt sich der Stimme, Wolfgang Koch (SPD), beruflich bei der Immobilienabteilung der Sparkasse, die die Obermühle auch vermitteln sollte, stimmte nicht mit ab. Zuvor hatte Nölke angekündigt, dass sich nach erneuter Beratung „weite Teile der Fraktionen für den Verkauf“ aussprechen wollten. Dies sei anstelle der nächsten planmäßigen Sitzung am 11. März keine Sondersitzung zur Obermühle, sondern man wolle lediglich „keine Zeit vertrödeln“.

Nach Ablehnung des Verkaufs am 14. Dezember habe sich der Gemeindevorstand nach nochmaliger Beratung und Erhöhung des Kaufpreises um 10 000 auf 40 000 Euro mit dem Angebot anfreunden können und er selbst könne es auch mittragen, sagte Bürgermeister Jochen Kistner.

Hartmut Henkelmann (CDU) fühlte sich erpresst, aber um des lieben Friedens willen wolle er zähneknirschend zustimmen. Er wünschte dem Käuferpaar, dass die Obermühle ein Schmuckstück werde, alles andere sei Schnee von gestern.

Markus Apel (SPD) hielt das neue Angebot für beide Seiten akzeptabel, das sei der Verkehrswert, aber nicht der Buchwert. Alfred Preiß (FDP) hingegen sprach von „unter Wert“ und könne deshalb den Verkauf nicht unterstützen.

Nach seinem Demokratieverständnis sei die Obermühle auch nach Ablauf der Frist des Bürgerentscheids zu verkaufen, sagte Wolfhard Austen (FWG). Andreas Eifler (SPD), Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses, hielt das nunmehr vierte Kaufangebot nur für den vorläufigen Höhepunkt und appellierte, den Verkauf abzulehnen, um Gelegenheit für ein neues Angebot zu geben. Rund 56 000 Euro hält er für realistisch.

Auch Bernd Gesang (SPD) machte aus seiner Ablehung keinen Hehl, er hält einen Quadratmeterpreis von 20 Euro für akzeptabel.

Dr. Claus Wenzel (CDU) hält 40 000 Euro, angesiedelt zwischen dem seinerzeitigen Kaufpreis der Gemeinde von 37 000 Euro und zu erwartenden Abrisskosten im sechsstelligen Bereich für einen fairen Preis.

Die Einführung einer Straßenbeitragssatzung sowie einer monatlichen Grundgebühr für die Wasseruhr (WR berichtete) wurden in den Ausschuss verwiesen. Bürgermeister Jochen Kistner begründete die Notwendigkeit und kündigte eine Umsetzung beider Vorhaben frühestens für 2014 an.

Von Helmut Mayer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare