Eine Betroffene berichtet

Praktische Tipps aus der Quarantäne: Den Tag gut strukturieren

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Auch in Quarantäne sind soziale Kontakte wichtig: Moderne Geräte machen es möglich, in Wort und Bild mit der Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben. 

Stefanie Aubel ist eine von momentan über 220 Menschen im Werra-Meißner-Kreis, die sich in häuslicher Quarantäne befinden. Sie möchte anderen Betroffenen Mut machen.

Ihren Tag strukturiert sie zurzeit besonders gründlich. „Das ist wichtig, um im Rhythmus zu bleiben“, sagt Stefanie Aubel. Die Wehretalerin ist eine von momentan über 220 Menschen im Werra-Meißner-Kreis, die sich in häuslicher Quarantäne befinden. Sie möchte den Menschen, die sich in vergleichbarer Situation befinden, Mut machen. Allen anderen empfiehlt sie, sich und ihre Umwelt zu schützen – und beispielsweise die Maskenpflicht ernst zu nehmen.

Ob Stefanie Aubel mit dem Virus infiziert ist, weiß sie momentan nicht. Sie hat bislang keine Symptome entwickelt und ein erster Test war negativ. Sie gehört aber zu den Kontakten einer Person, bei der das Virus nachgewiesen wurde und muss sich deshalb auch in Quarantäne begeben. Zweimal pro Tag misst sie derzeit Fieber. Auffällige Symptome zeigt sie auch nach über einer Woche in Qurantäne immer noch nicht. „Ich bleibe aber konsequent zu Hause, weil ich niemanden gefährden möchte“, sagt sie.

Hilfe anfordern in der Quarantäne

Allein in der Wohnung zu sein, sei nicht einfach. Ihre beiden Hunde hat die 33-Jährige an ihre Eltern abgegeben, damit sie mit ihnen Gassi gehen können. „Ich möchte niemandem zur Last fallen“, sagt sie. Ohne Hilfe kommt sie aber nicht zurecht. „Ich habe ein liebevolles soziales Umfeld, das mir beispielsweise meine Einkäufe nach Hause bringt.“ Die Lebensmittel werden ihr dann vor die Tür gestellt. Manchmal sind kleine Überraschungen dabei. Eine Freundin hat ihr einen Strauß Rosen mitgebracht. Darüber hat sich die Wehretalerin sehr gefreut. „Ich bin dankbar, dass es so liebe Menschen gibt.“

Frische Luft und Sonnenlicht in Qurantäne

Neben dem strukturierten Tag versucht sie viel frische Luft und Sonnenlicht abzubekommen. Sie bewegt sich dafür in ihrem kleinen Garten, den sie sich aber mit anderen teilt. „Vitamin B ist wichtig“, sagt sie und gibt anderen in Quarantäne den Tipp, ebenfalls rauszugehen – aber nur in den eigenen Garten oder auf den Balkon. Regelmäßiges und gesundes Essen sei jetzt ebenfalls wichtig. Dazu belegt sie online Yoga-Kurse. Das fördere die mentale Stärke. Ihre Zeit in den eigenen vier Wänden nutzt sie sinnvoll. Sie näht Gesichtsmasken – und bittet gleichzeitig alle, die sich in der Öffentlichkeit bewegen, einen Mund-Nasen-Schutz aufzusetzen. Denn: Auch, wenn sie das beste aus ihrer Situation mache, sei Quarantäne kein Vergnügen. Sie appelliert an alle, Menschen in Qurantäne nicht wie Aussätzige zu behandeln, sondern ihnen in Zeiten der Krise ihre Loyalität zu beweisen.

Tipps vom Bundesgesundheitsministerium für die Quarantäne

.Denken Sie daran, dass die vorbeugenden Hygiene- Maßnahmen wie Husten- und Nies-Etikette auch in der Quarantäne notwendig sind. 

. Schaffen Sie sich eine Tagesstruktur und setzen Sie sich Ziele. 

. Bleiben Sie mit Familie und Freunden in Kontakt über Telefon und soziale Medien. 

. Bitten Sie Freunde oder Nachbarn, für Sie einzukaufen oder Medikamente zu besorgen. 

. Sollten Sie einen Hund als Haustier haben, so bitten Sie Freunde oder Nachbarn, mit ihm für die Zeit der Quarantäne spazieren zu gehen. 

. Bleiben Sie körperlich aktiv: Auch auf begrenztem Raum kann Sport betrieben werden. 

. Bleiben Sie auch mental aktiv, z.B. durch Lesen, Schreiben, (Denk-)Spiele. 

. Bewahren Sie sich eine positive Grundhaltung. Wenn Sie sich niedergeschlagen fühlen, suchen Sie sich Hilfe. Telefonseelsorge: 0800/111 01 11 oder 0800/1 11 02 22 oder 11 61 23

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