Radweg unter Autobahnbrücke Wehretal ist Schotterpiste

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Die Bauarbeiter sind weitergezogen, aber der Radweg ist geblieben: Der Fernradwanderweg zwischen Reichensachsen und Oetmannshausen unter der A44-Brücke zwingt vor allem Rennradfahrer zur Vollbremsung. 

Das geschotterte Stück Radweg unter der A44-Brücke bei Reichensachsen wird frühesten im Spätsommer dieses Jahres wieder geteert werden. 

Reichensachsen – Vor allem sportlich ambitionierte Radfahrer müssen sich auf dem Radweg zwischen Reichensachsen und Oetmannshausen noch bis voraussichtlich Herbst diesen Jahres in Geduld üben und im Bereich der neuen Autobahnbrücke stark abbremsen oder gar das Fahrrad für viele Meter schieben. Denn während der Radweg sonst gut geteert ist, gleicht der Abschnitt unter der Brücke seit Jahren einem Hindernisparcours – Schotter, Sand und vier 90-Grad-Kurven sind auf kurzer Distanz zu bewältigen.

„Erst wenn die Baumaßnahmen an der A 44 komplett abgeschlossen sind, wird hier wieder asphaltiert werden“, sagt der Leiter des Bauamtes Wehretal, Marko Ottersbach. Auch der Streckenverlauf des Radweges werde bis dahin noch mal geprüft werden. Vonseiten der Deges wird allerdings bereits der Spätsommer dieses Jahres avisiert.

„Dann soll die Asphaltdecke wieder hergestellt werden“, sagte Deges-Sprecherin Pia Verheyen auf Anfrage. Darüber, ob auch der jetzige Zick-Zack-Verlauf des Fernradwanderweges verändert wird, konnte sie keine Auskunft geben.

Unbefriedigend ist die Situation vor allem für Rennradfahrer. „Wenn man dünne Reifen hat, ist das eine echte Herausforderung“, sagt Radsportler Matthias Kulik, der letzter Tage hier mal wieder mit seinem Bike unterwegs war. „Viele Radfahrer ärgern sich dort“, weiß er.

Bereits 2016 wurde das Problem von Radsportlern beklagt. „Wir schreiben das Jahr 2020, die Bauarbeiten unterhalb der Brücke sind längst abgeschlossen, ein paar Bauzäune erinnern an das Treiben vergangener Tage“, sagt Kulik.

Schon 2016 hatte Wehretals damaliger Bürgermeister Jürgen Kistner auf die Deges als Bauherrn verwiesen, die auch den Radweg habe verlegen lassen. „Bis heute habe ich den verlegten Radweg nicht gefunden, und der bestehende Radweg dümpelt unasphaltiert vor sich hin“, schimpft Kulik.

Zugleich nennt er ein positives Beispiel für eine gelungene Lösung im Zusammenspiel zwischen Autobahnneubau und Radwegen. „Auf meiner weiteren Tour nach Datterode fand ich ein Beispiel, wie das Problem vorbildlich gelöst wurde. Auch auf der Strecke zwischen Wichmannshausen und Datterode kreuzt den Radweg eine Brücke, hier ist der Weg verlegt und asphaltiert worden.“

So fragt Kulik jetzt, ob auch aufgrund der steigenden Zahl von Radsportlern, die in der Corona-Krise unterwegs sind, nicht eine schnelle, unbürokratische Lösung zu finden sei. „Bevor sich noch jemand dort ernsthaft verletzt.“

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