Fahrräder im Fokus

Schüler der Kleeblattschule Reichensachsen lernen sicheres Fahren

Der Mantel muss ab: Mit Reifenhebern streift die zehnjährige Graziana diesen von der Felge ab. Die Schülerin der Kleeblattschule nimmt bereits zum dritten Mal an der Fahrrad-AG teil: „Die ist toll, ich gebe ihr 10 000 Sterne.“ Fotos:  Wüstefeld

Reichensachsen. In einer AG lernen die Schüler der Kleeblattschule Reichensachsen sicheres Fahren. 

 „Das da ist ein Schaltwerk“, beantwortet der zehnjährige Louis mit einem Seitenblick auf das Fahrrad die Frage, was das für eine Vorrichtung mitten am Hinterrad sei. Unaufgeregt schraubt er währenddessen weiter an dem Vorderreifen, das wieder befestigt werden muss. Ob er das in der Fahrrad-AG gelernt habe? „Nein, das weiß ich einfach so“, sagt der Schüler der Kleeblattschule aus Reichensachsen und wendet sich wieder seinem Hobby zu.

Ralf Binneberg hat da nur bewundernde Blicke übrig. Natürlich wisse er als Lehrer, der die Fahrrad-AG an der Grundschule anbietet, durchaus auch viel über die Zweiräder, dem Jungen aber macht auch er kaum etwas vor. „Was der alles weiß, ist wirklich beeindruckend.“ Konzentrieren kann er sich so auf die andere Handvoll Schüler, die zwar weniger wissend, aber mindestens genauso begeistert von dem Nachmittagsangebot ist. „Das ist super toll hier“, schwärmt die zehnjährige Graziana, die sich bereits zum dritten Mal für diese AG entschieden hat. „Ich verstehe gar nicht, warum das keine anderen Mädchen machen.“ Denn schließlich lerne sie hier zum Beispiel, wie man einen Mantel von der Felge herunterbekommt: Unter Mithilfe von Ralf Binneberg hängt sie nach und nach Reifenheber in die Speichen und unter den Mantel, damit man diesen absteifen kann. „Geschafft“, ist die Schülerin nach wenigen Minuten erfreut.

Lieben das Fahrradfahren: (von links) Amir, Louis, Graziana, Max und Nico mit Lehrer Ralf Binneberg. Im Hintergrund ist ein Fahrrad vom Kooperationspartner Zweiradhaus Ebert zu sehen, dass für die AG gespendet wurde.

Vorrangig geht es in der AG jedoch gar nicht so sehr darum, an den Farrädern herumzuschrauben: „Die Kinder sollen vor allem lernen, sicherer damit unterwegs zu sein“, erklärt Binneberg seine Intention hinter dem Angebot. Das muss natürlich geübt werden: „Ich finde es super, dass wir auf dem Schulhof fahren können“, freut sich der neunjährige Max. Darüber hinaus werden aber auch immer mal wieder Touren in die nähere Umgebung unternommen: Die Wassertretstelle in Niddawitzhausen war ebenso schon Ziel wie der Hoheneicher Spielplatz.

„Mein Wunsch ist es, dass wir eines Tages so viele Fahrräder haben, dass eine Klasse auch mal spontan einen Ausflug machen kann oder für die Fahrradprüfung üben kann“, sagt Binneberg. Deshalb freue er sich, dass bereits viele Fahrräder und auch das passende Werkzeug von Eltern und der Verkehrswacht gespendet wurden. „Die machen wir hier in der AG alle wieder fit.“ Derzeit sei er dran, auch die Paul-Moor-Schule mit ins Boot zu holen.

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