Ein Großer mit dem kleinen Ball

Reiner Schröder aus Vierbach hat sich dem Tischtennis verschrieben

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Mit dem Schläger und dem Zelluloidball: Reiner Schröder liebt den Tischtennissport, er ist im Verein und auf Kreisebene eine verantwortungsvolle Größe.

Die Mitglieder vom SV Blau-Weiß Vierbach dürfen, nein, sie müssen stolz auf ihre Triebfeder sein, denn was Reiner Schröder für den Verein ehrenamtlich geleistet hat, das allein ist Garant für ein festes Fundament, auf dem früher gebaut wurde und heute noch immer gebaut wird.

Der waschechte Vierbacher Junge hat seinen Anker im Fußball ausgeworfen und ihn noch tiefer im Tischtennissport festgemacht, was die Feststellung erlaubt, dass er ein ganz Großer mit dem kleinen Ball ist.

„Ich habe 1974 mit dem Tischtennis begonnen und bin noch heute, 46 Jahre später, in Vierbach aktiv. Eine Einschränkung muss ich allerdings anmerken, denn beruflich bedingt musste ich für sieben Jahre nach Gießen und so habe ich zwischen 1993 und 2000 beim TSV Langgöns gespielt“, erklärt der 58-Jährige beim WR-Gespräch. Auch in der Vereinsarbeit hat er früh die Verantwortung gesucht: „Mit gerade mal 24 Jahren habe ich 1985 erstmals das Amt des Vorsitzenden übernommen und bis 1992 bekleidet. Und aktuell stehe ich seit 2017 wieder an der Spitze, nachdem ich von 2009 bis 2017 als zweiter Vorsitzender sowie von 2000 bis 2009 als Schriftführer dem Führungsgremium angehörte“, spannt Reiner Schröder den Bogen wieder zum Tischtennis.

Kleine, aber feine Sparte

„Als ich aus Langgöns zurückgekommen bin, lag die Abteilung am Boden. Damals habe ich die Frage gestellt, wollen wir aufhören oder mit gezielter Jugendarbeit den Neuaufbau bewerkstelligen? Zum Glück haben wir in die Spur gefunden und so gibt es noch heute die kleine, aber feine Sparte“, schwärmt Reiner Schröder, der von 2003 an als Jugendtrainer fungiert hat und zwei Jahre später die Abteilungsleitung übernahm. Beide Aufgaben erfüllt er auch in der Gegenwart.

Das ehrenamtliche Engagement und das Verantwortungsbewusstsein von Reiner Schröder fanden auch im Kreis Beachtung. So hat er parallel zur Vereinsarbeit zwischen 2002 und 2013 als Klassenleiter fungiert und 2013 wählten ihn die Tischtennisvereine zum Kreissportwart. „Ich wusste, dass ich in die großen Fußstapfen von Friedel Lenze trete, der aus Altersgründen nicht mehr kandidierte, aber auch, weil er sich die Umstellung in das digitale Zeitalter nicht mehr antun wollte“, macht Schröder deutlich, dass er sich oft mit Friedel Lenze kurzgeschlossen und gerne seinen Rat angenommen hat. Und so ist auch sieben Jahre später nur Positives seitens der Vereine zu hören, die ihren Sportwart „als geradlinig, ehrlich und immer gesprächsbereit“ bezeichnen, als „einen, der dem Tischtennis so guttut“. Auch der Fußball machte vor dem 58-Jährigen einst keinen Halt. Allerdings hat er nach seiner Zeit als E-Jugendtrainer (1975 bis 1982) schon 1985, als er den Vorsitz beim SV Vierbach übernahm, das Trikot als Aktiver ausgezogen.

 „Trotzdem möchte ich die glorreiche Zeit der Spielgemeinschaft mit Germerode nicht missen. Als Vereinsvorsitzender vom SV Blau-Weiß war ich damals automatisch involviert, speziell im finanziellen Bereich. Und sportlich war das direkt nach der Wende der Höhepunkt“, erinnert er sich an Spieler wie Schinköth, Bartsch oder Kaiser, die „aus dem Osten zu uns gestoßen sind und mit unseren Spielern eine starke Einheit gebildet haben“.

Fußballabteilung abgemeldet

Aus finanziellen Gründen hat der SV Vierbach 2008 seine Fußballabteilung abgemeldet: „Wir sind nur ein kleiner Verein mit 100 Mitgliedern und konnten den von uns erwarteten jährlichen Zuschuss wirklich nicht mehr stemmen“, bedauert Reiner Schröder die Auflösung der SG Germerode/Vierbach.

Der Fan der Kassel Huskies, der als langjähriger Dauerkartenbesitzer über 500 Spiele des Vereins besuchte, hat nach dem Abitur Forstwirtschaft studiert und ist seither in der Forstplanung tätig. Darüber hinaus engagiert er sich neben dem Sport als Schriftführer der Forstbetriebsgemeinschaft Ringgau (seit 2009), als Vorsitzender der Forstbetriebsvereinigung Vierbach (seit 2000) und als zweiter Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Vierbach (seit 2019). „Zahlendes Mitglied bin ich freilich auch bei unserer Feuerwehr, ich denke, das ist eine Bürgerpflicht“, zeigt sich Reiner Schröder auch dankbar über zahlreiche Ehrungen, „die mein ehrenamtliches Wirken im Tischtennis belohnen“. Es sind dies die Spielerverdienstnadeln in Bronze (1997), Silber (1999), Gold (2006) und Gold 30 (2011) sowie die Ehrennadeln in Bronze (2014) und Silber (2020).

Kein bisschen amtsmüde

Auch nach vielen Jahren in der Verantwortung ist der 58-Jährige kein bisschen amtsmüde: „An dieser Stelle muss ich mich bei meiner Familie bedanken. Meine Ehefrau Birgit hat mir für die Ausübung der Ehrenämter stets den Rücken freigehalten“, freut sich Reiner Schröder.

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