1. Werra-Rundschau
  2. Lokales
  3. Wehretal

Rotwildring hat nach mehrjähriger Pause wieder eine Hegeschau veranstaltet

Erstellt:

Kommentare

rotwild
Die größten einheimischen Waldbewohner: das Rotwild. Trotz genetischer Verarmung durch zerschnittene Wanderungsrouten ist das Rotwild im Gebiet des Rotwildrings Meißner-Kaufungen Wald noch in guter körperlicher Verfassung.  ©  Federico Gambarini/dpa

Erstmals seit drei Jahren hat es im Bürgerhaus von Reichensachsen wieder eine Hegeschau des Rotwildrings Meißner-Kaufunger Wald für die zurückliegenden drei Jagdjahre gegeben.

Reichensachsen – Der Vorsitzende Ernst-Wilhelm Kalden konnte etwa 100 Mitglieder des Rotwildrings und interessierte Jägerinnen und Jäger im Bürgerhaus begrüßen. Eindrucksvoll waren die 40 ausgestellten Rotwildtrophäen von starken Hirschen der Klassen zwei (sechs bis neun Jahre alt) und eins (zehn Jahre und älter), die in den vergangenen drei Jagdjahren zur Strecke gekommen sind.

Auch immerhin zwei der sieben im Muffelwildgebiet Meißner erlegen Widder der Klasse A waren zu sehen. In Vertretung der Landrätin richtete Karl-Heinz Schäfer vom Kreisausschuss des Werra-Meißner-Kreises ein Grußwort an die Versammlung und bedankte sich für das Engagement des Rotwildrings in Sachen Lebensraumschutz. Till Krauhausen überbrachte die Grüße des Landesjagdverbandes Hessen.

„Rotwild ist in guter Verfassung“

Anschließend hielt Prof. Stephan Neumann, Leiter des tierärztlichen Instituts der Universität Göttingen, einen mit launigen Anmerkungen gewürzten Vortrag über Erkenntnisse aus der Biologie des Geweihaufbaus des Rothirsches und deren Relevanz für die humanmedizinische Forschung, sowie über Erkrankungen des Rotwildes, die auch auf den Menschen übertragbar sind. Der Vortrag wurde mit großem Interesse aufgenommen, was aus den zahlreichen Rückfragen an den Referenten deutlich wurde.

Nach einer kurzen Pause erfolgte die Besprechung der ausgestellten Rotwildgeweihe durch den Rotwildsachkundigen der Hegegemeinschaft, Ulrich Wagener. Er zeigte sich mit der Qualität der ausgestellten Trophäen als einem Hinweis auf die gute, körperliche Verfassung des Rotwildes in der Hegegemeinschaft sehr zufrieden. Auch sei es gelungen, in den vorigen drei Jagdjahren die Vorgaben der Schalenwildrichtlinie bezüglich der Verteilung der Abschüsse auf die Altersklassen recht gut zu erfüllen. Dr. Michael Vockenberg erläuterte dann beide ausgestellten Muffelwidder.

Ernst-Wilhelm Kalden
Vorsitzender Rotwildring
Vorsitzender Rotwildring © jörg brauneis

Anschließend eröffnete Kalden die Mitgliederversammlung der Rotwildhegegemeinschaft. Im Jagdjahr 2020/21 wurde mit 744 erlegten Stücken Rotwild eine absolute Rekordstrecke erzielt, im Folgejahr waren es dann nur noch 590 Stücke, was einer Erfüllung des Abschussplan von 61 Prozent entspricht. Die Schälschäden liegen dennoch weiter über den Toleranzgrenzen, sodass der Abschuss für das laufende Jagdjahr wiederum auf 767 Stücke festgesetzt werden musste.

Der Vorsitzende der Umsetzungsgruppe Lebensraumkonzept, Dr. Lutz Eberle, stellte die geplante Fortschreibung des Gebiets-Lebensraumkonzepts vor. Diese ist durch die tiefgreifenden Veränderungen im Lebensraum des Rotwildes infolge der Kalamitätsjahre, aber auch durch neue, gerade erst erkannte Gefahren für das Rotwild (Stichtwort: genetische Verarmung) aktueller und erforderlicher denn je. Er forderte die Mitglieder des Rotwildrings auf, sich aktiv in diesen Prozess einzubringen.

Anschließend wurden der Vorsitzende Ernst-Wilhelm Kalden und der gesamte Vorstand des Rotwildrings wiedergewählt. Foto: jörg brauneis

Von Dr. Jörg Brauneis

Auch interessant

Kommentare