Angebot der Häusliche Krankenpflege Wehretal und der Kirche 

Senioren in Langenhain kochen mittwochs immer gemeinsam

Schnippeln mit Unterstützung: Sandra Bock (links) von der häuslichen Krankenpflege Wehretal unterstützt Maria Diegel bei den Schneidearbeiten. Denn gemeinsam kocht es sich einfach besser. Fotos:  Wüstefeld

Langenhain. Seit Februar dieses Jahres kochen Senioren in Langenhain immer gemeinsam. Das bringt die Geselligkeit ins Lebens der Alleinstehenden zurück. 

Bedächtig durchschneidet die 80-jährige Helga Adam mit ihrem Messer die Zwiebel, um sie anschließend weiter in winzige Würfel zu zerteilen. Pflanze um Pflanze verfährt sie so, bis die zehn Zwiebeln nichts mehr von ihrer Ursprungsform haben. Währenddessen kümmert sich ihre zwei Jahre ältere Sitznachbarin Gerda Küllmer um die Kartoffeln; diese wollen von ihrer Schale befreit und halbiert werden. „Drei Kilogramm haben wir dieses Mal gekauft“, berichtet Christina Schmidt.

Sie gehört zum Team der häuslichen Krankenpflege Wehretal – und kocht seit Februar dieses Jahres abwechselnd mit Gisela Wieditz und Christa Sölter jeden Mittwoch zusammen mit Senioren deren Mittagessen in Langenhain. Neben den Kartoffeln standen in dieser Woche auch Frikadellen, rote Linsen mit Chinakohl, Salat und Apfelwölkchen zum Nachtisch auf dem Speiseplan. „Wir richten uns beim Erstellen der Menüs schon nach den Wünschen der Menschen“, erklärt Schmidt die Essensauswahl. Vorgabe aber sei, dass die Zutaten regional, saisonal und frisch seien.

Bilden ein Team: die Mitarbeiter der häuslichen Krankenpflege, die Kirchenvertreter, die ehrenamtlichen Kräfte und natürlich die Senioren, an die sich das Angebot richtet.

Helga Adam und Gerda Küllmer freut’s. „Das Essen hier ist wirklich prima“, freuen sich die beiden Seniorinnen, die allein zu Hause leben und sonst nur für sich kochen würden. Weil ihnen das auf Dauer aber zu einsam ist, haben sie sich sofort für das Mittwochskochen angemeldet, „wir sind sozusagen Köchinnen der ersten Stunde“.

Genau diese Gemeinsamkeit war auch das Ziel des Angebotes, das von der häuslichen Krankenpflege Wehretal ins Leben gerufen wurde. „Wir wollten unser Betreuungsangebot hinsichtlich der Kochaktivität auch in einem kleinen Ort wie Langenhain erweitern und haben dafür nach Räumlichkeiten geschaut“, berichtet Vereinsvorsitzende Cornelia Sandrock. In der örtlichen evangelischen Kirchengemeinde habe sich schnell ein Kooperationspartner gefunden, der sogleich das Gemeindehaus vorschlug. „Hier haben wir dann mit der Unterstützung der Landeskirche und des Kirchenkreises Eschwege vieles erst einmal barrierefrei gemacht“, erinnert sich Pfarrer Ralph Beyer zurück. „Die Sanitäranlagen zum Beispiel mussten erneuert werden, auch einen Fahrstuhl gibt es jetzt.“ Und damit das Gemeinschaftsgefühl während des Zubereitens und Kochens nicht leidet, wurde zwischen Küche und Gemeinderaum ein Durchbruch geschaffen.

Gut 15 Senioren nehmen das Angebot mittlerweile an; zum mitkochen werde aber keiner gezwungen. „Ab halb zwölf trudeln die hier ein“, erzählt Köchin Schmidt, die immer von einer ehrenamtlichen Person aus Langenhain unterstützt wird, „und können sich an den gedeckten Tisch setzen.“ Dafür war neben Adam und Küllmer an diesem Mittwoch auch Maria Diegel zuständig, die sich zuvor vor allem um das Zerkleinern der Äpfel für das Dessert gekümmert hat. „Ich komme einfach gerne hierher, weil ich hier mal wieder schwatzen kann“, sagt die 85-Jährige.

Jeder kann teilnehmen

Teilnehmen an dem Mittagessen in Langenhain kann jeder Senior aus der gesamten Gemeinde Wehretal, der auch mal in Gesellschaft essen möchte. Um nach Langenhain zu kommen, bietet die häusliche Krankenpflege Wehretal auch einen Fahrservice an. Bei dem Verein kann man sich auch bis zu einen Tag vorher für das Mittagessen anmelden: Telefon 0 56 51/9 40 40. Melden kann man sich auch bei Ute Wolf vom Kirchenvorstand, die die ehrenamtliche Unterstützung koordiniert: Regelmäßig zum Helfen kommen Monika Heuckeroth, Heidi Neusüß, Gisela Hesse, Inge Ribbig und Sonja Eberhardt. 

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