Marodes Viadukt

Straße nach Vierbach wird wieder freigegeben - es gibt aber Einschränkungen

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Mit Stützgerüst: Die Vierbachbrücke bei Reichensachsen wird jetzt mit einem Gerüst gestützt, weil das Bauwerk marode ist. Vor Ort (von links) Frank Wöbbeking, Stefan Morhardt, Dirk Ackermann und Herr Werner

Die Straße zwischen der B 27 und dem Wehretaler Ortsteil Vierbach wird voraussichtlich Ende nächster Woche wieder für den Verkehr freigegeben. Allerdings mit Einschränkungen.

Für die Vierbacher und die Vierbachbrücke gibt es gute und schlechte Nachrichten. 

Das Stützgerüst

Derzeit lässt Hessen Mobil für die Brücke ein Stützgerüst stellen, durch das sich allerdings sowohl Fahrbahnbreite und Durchfahrtshöhe (nur noch 4,80 Meter) des Eisenbahnviadukts deutlich verringern. Deshalb wird es künftig dort auch eine Ampelregelung geben, die den Verkehr in jeweils nur eine Fahrtrichtung passieren lässt. Getestet hat die Behörde im Vorfeld, ob noch Schneepflug und Linienbus durch das Brückenportal passen – tun sie.

Mit Ampel und Gerüst werden sich die Verkehrsteilnehmer voraussichtlich auch auf die nächsten Jahr anfreunden müssen, denn Bauwerksprüfung und eventuelle Sanierung könnten sich über einige Jahre erstrecken.

Das Problem

Bei einer turnusmäßigen Untersuchung der Vierbachbrücke durch Hessen Mobil, die alle drei Jahre durchgeführt wird, hatten die Bauwerksprüfer vor knapp drei Wochen festgestellt, dass der Backstein sowie den Mörtel des 1877 erbauten Viaduktes bröselig sind und die Gefahr besteht, dass immer wieder Teile des Gesteins auf die Fahrbahn fallen. „Es ist allerdings nicht zu befürchten, dass hier ganze Quader runterstürzen“, so Stefan Morhardt von Hessen Mobil.

Nässe setzt dem Sandstein zu: Das gesamte Bauwerk ist komplett durchnässt, die Feuchtigkeit zerstört dauerhaft die Festigkeit des Stein und lässt ihn bröseln.

Dadurch, dass das Bauwerk nach oben offen ist, sei die Brücke komplett durchnässt, beschreibt Dirk Ackermann, Bauwerksprüfer bei Hessen Mobil das Problem. In dem feuchten Mörtel wachsen Pflanzen, eine Birke hatte sich beispielsweise in der Front angesiedelt und war mit ihren Wurzel tief in den Bau eingedrungen und hatte das Gefüge von innen gesprengt.

Die Zukunft

Nach der vorläufigen Sperrung der Straße und dem Aufbau des Stützgerüstes muss entschieden werden, wie es mit der historischen Bahnbrücke der ehemaligen Kanonenbahn weitergeht. „Das wichtigste ist die Erhaltung des Bauwerkes“, sagt Peter Wöbbeking, Regionaler Bevollmächtigter für Osthessen bei der Straßenverkehrsbehörde, die seit einigen Jahren übrigens auch Eigentümer der Vierbachbrücke ist. „Wir müssen die Brücke jetzt durch ein darauf spezialisiertes Büro detailliert prüfen lassen auf Stand- und Steinfestigkeit, die Statik muss neu berechnet werden“, so Wöbbeking. Auch für die Sanierung müsse ein passender Vertragspartner gefunden werden; die Oberen Denkmalschutzbehörde sein bereits involviert. „Aber wir haben Zeit, denn auf der Straße liegt ja keine hohe Verkehrslast.“

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