600 Meter durch den Berg

Trimberg-Tunnel wird jetzt gebaut

Tunnelpatin am Werk: Dagmar Wagner hat – mithilfe eines Baggers – die ersten Felsbrocken aus dem Berg geschlagen. Durch den soll der 600 Meter lange Trimberg-Tunnel führen, der zur A44 gehören wird. Fotos:  Wüstefeld

Oetmannshausen. Der Trimberg-Tunnel bei Wehretal-Oetmannshausen ist  am Mittwochnachmittag offiziell von Tunnelpatin Dagmar Wagner angestochen worden. Bis zum kommenden Sommer soll auf einer Länge von gut 600 Metern jetzt Platz geschaffen werden für die Röhren, die zur A 44 gehören werden.

Als ein großartiges Bauwerk bezeichnete die Reichensächserin Dagmar Wagner den Trimberg-Tunnel, den sie in seiner Vollständigkeit jedoch bislang erst auf millimetergenauen Plänen bewundern konnte – denn gebaut ist der noch nicht. Vielmehr hat Wagner gestern als Tunnelpatin bei einer baustelleninternen Feier mithilfe eines Baggers die ersten Felsbrocken aus dem Berg geschlagen. Durch den wird sich der gut 600 Meter lange Trimberg-Tunnel ab 2020 schlängeln, wenn er zusammen mit dem A 44-Abschnitt zwischen Waldkappel und Ringgau freigegeben wird.

Damit bei den Arbeiten nichts passiert und der Tunnel unfallfrei gebaut werden kann, wie es Projektleiter Felix Lenzen während einer Rede vor den Mineuren sagte, wurde vor dem Tunneleingang deren Schutzpatronin aufgestellt – eine Figur der Heiligen Barbara. Die „wird künftig stets ein Auge auf euch haben“, richtete Wagner ihre Worte an die Bergmänner. Das sah auch der Eschweger Kaplan Matthias Smuda so: „Möget ihr den Respekt voreinander behalten.“ Er segnete sowohl die Heilige Barbara, die Bergmänner und auch den Tunnel selbst.

51,2 Millionen Euro wird der Bau von diesem verschlingen – zu teuer, finden einige, sprach es Pfarrer Dirk Panke an. Und auch die Umweltzerstörung und der Flächenverbrauch seien Gründe, warum die Autobahn und auch der Tunnel nicht gebaut werden sollen – „sagen zumindest die einen und sehen beides als Fluch“. Doch es gibt auch die, die einen Segen darin sehen: Schneller würden die Menschen dadurch zueinander kommen, vielleicht siedele sich ja auch das ein oder andere Unternehmen in der Nähe zur Autobahn an. Doch ob nun Fluch oder Segen: Letztendlich sei der Bau beschlossene Sache, „weshalb wir Gott bitten wollen um Schutz für diese Arbeit“.

Tunnelanstich Trimberg-Tunnel

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