20 Jahre Freundschaft: Partnerschaftsverein Wehretal feiert in Frankreich Jubiläum

Viel Programm, wenig Schlaf

Freundschaft seit 20 Jahren: Der Partnerschaftsverein Wehretal feierte mit vier normannischen Gemeinden in Frankreich Jubiläum. Auf dem Foto zu sehen sind die vier normannischen Bürgermeister, Heike Nölke (3.v.l.), Ibolya Spergelne-Radl (2.v.l.) und Jochen Kistner (r.). Foto: privat

Reichensachsen. Französische, deutsche und ungarische Bürger in Aktion für den interkulturellen Austausch. Dieses Motto hatten sich die Freunde ausgesucht und alle hielten sie sich an das Motto. Innerhalb von fünf Tagen Aufenthalt in befreundeten französischen Gastfamilien hatten Franzosen und Deutsche ein Jubiläumsprogramm zusammengestellt, in dem sich alle drei Nationen (Deutsche/Ungarn/Franzosen) wiederfanden. Die Europäische Union hat dieses Treffen großzügig unterstützt.

Mit zwei Bussen ging es in Richtung Frankreich, an Bord elf ungarische Freunde aus der Wehretaler Partnergemeinde Gánt sowie fünf Mädels der Brüder-Grimm-Schule in Eschwege. Außerdem machten sich einige Wehretaler - so auch Bürgermeister Jochen Kistner mit Privatwagen auf die lange Reise. Die Mitglieder des Parlaments führte die Vorsitzende der Gemeindevertretung, Heike Nölke, an.

Reims in der Champagne war Zwischenstation mit Stadtführung, Besichtigung der berühmten Kathedrale sowie der Champagnerkellerei „Pommery“ und Übernachtung. Zufällig hatten die Verantwortlichen ein historisches Datum ausgesucht, denn zwei Tage später traf sich die Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem französischen Präsidenten Francois Hollande in Reims, um das 50-jährige Bestehen der deutsch-französischen Freundschaft zu feiern.

Am zweiten Tag ging es weiter über Paris nach Bellou-en-Houlme, wo die Wehretaler von ihren Gastgebern empfangen wurden. Während des Empfangs spielte die mitgereiste ungarische Kapelle einige flotte Weisen. Der dritte Tag stand im Zeichen von Arbeitsgruppen oder auch „Ateliers“, wie es die Franzosen nennen. Es wurde gemeinsam gekocht, gestaltet, gesungen, getanzt. In der Arbeitsgruppe Reportage waren fleißige Übersetzungen angesagt und die Ergebnisse wurden ins Netz gestellt (www.pv-wehretal.com).

Höhepunkt allerdings war ein Büfett, bei dem alle drei Nationen Spezialitäten auftischten. Die Wehretaler servierten das gute Eschweger Bier vom Fass sowie „Ahle Wurscht“, die Ungarn Wein, Palinka und Salami. Später fand die feierliche Geburtstagszeremonie in „La Ferriere aux Etangs“ statt.

Neben den Reden der Bürgermeister und der Vorsitzenden beider Vereine gaben sich viele einheimische Politiker die Ehre. Außerdem wurde die „Europäische Nationalhymne“ „Ode an die Freude“ gesungen. Der Abend stand im Gemeindesaal von „Bellou-en-Houlme“ im Zeichen der Freundschaft mit Tanz und bei erneut gutem Essen. Höhepunkte waren zweifelsohne der Auftritt der legendären „Ladyknacker“ (mit Verstärkung von Mitreisenden) vom Reichensächser Karneval sowie der Auftritt der ungarischen Kapelle.

Der nächste Tag begann in „Saires la Verrerie“ mit einem „ökumenischen Gottesdienst“, der von Pfarrer Frieder Werner aus Reichensachsen mitgestaltet wurde. Er ließ es sich nicht nehmen, seinen Part am Gottesdienst und seine Predigt zweisprachig zu halten - ein nachhaltiges Erlebnis für alle Beteiligten. Im Anschluss hatte der Bürgermeister der Gemeinde zum Picknick im Gemeindesaal eingeladen, ehe eine Gruppe in den Nachbarort „La Coulonche“ wanderte.

Die sportlichen Vergleichskämpfe endeten remis. Während die Tischtennisspieler aus Reichensachsen die Begegnung gewannen, haben die Petanquespieler knapp verloren und mussten somit den von Bürgermeister Kistner gestifteten Wanderpokal in Frankreich lassen. Der Abend war den Familien vorbehalten.

Die folgende Nacht war kurz, schon früh ging es mit drei Bussen zu einem Tagesausflug an die Küste nach „Trouville“, einem sehr schönen Atlantikbad. Einige „Hartgesottene“ sprangen auch bei 17 Grad in die Atlantikfluten. Der wunderschöne große Garten von „Cambremer“ war vorher auch Ziel einer Busbesatzung.

Am vorletzten Tag besichtigte eine Gruppe eine Käserei in Briouze, die andere eine Destillerie in Flers. Nach dem Mittagessen in den Familien wurde die Arbeit in den Ateliers fortgesetzt. Die Ergebnisse gab es am Abend mit dem Höhepunkt, der Vorführung eines „Musicals“ mit Beteiligung aller drei Nationen, zusammengestellt von Dorle Henkelmann. Außerdem war auch die EU vertreten mit einem Informationsstand zu der Aktion: „Jugend in Europa“.

Die schönen, aber auch anstrengenden Tage waren leider vorbei - der Vorsitzende Alfred Ingrisch umschreibt sie wie folgt: „Viel essen, viel trinken, viele Erlebnisse, wenig Schlaf.“ Früh am Morgen fuhren die Busse Richtung Heimat. Alle freuen sich auf die nächsten Begegnungen. (ai)

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