Stellvertreter ist Thomas Weinert 

Volker Hunstock ist neuer Schiedsmann in Wehretal

Verabschiedung von Hans Pfeffer (Mitte): Über 34 Jahre hat er sich in Wehretal engagiert, war erst in der Gemeindevertretung und anschließend Schiedsmann. Mit auf dem Bild sind Pfeffers Frau Gisela und Bürgermeister Jochen Kistner. Foto:  Wüstefeld

Reichensachsen. Volker Hunstock ist der neue Schiedsmann für Wehretal. 

Volker Hunstock kennt seine Qualitäten. Logisch und strukturiert könne er denken, zielgerichtet arbeiten und ein Team moderieren - alles Eigenschaften, die von Vorteil sind, möchte man eine Schiedsperson werden. Auch deshalb hat sich der 66-jährige gelernte Maschinenschlosser, der später ein Maschinenbau-Studium anschloss, für dieses Amt in der Gemeinde Wehretal beworben - und ist gewählt worden.

Ebenso wie er seine Qualitäten kennt, weiß der Reichensächser, der seit 1978 im Ort wohnt, aber auch, dass er in diesem Amt noch viel lernen kann - über sich, über andere Menschen und über das Ehrenamt. „Es ist eine Herausforderung für mich.“ Deshalb ist er froh, dass er das nicht alleine machen muss, sondern auf einen bewährten Mann zurückgreifen kann: Thomas Weiner hatte bereits in den vergangenen zweieinhalb Jahren das Amt des Stellvertreters bekleidet, und auch bei dieser Wahl hat er sich erneut angeboten. „Er konnte mir schon ein paar Fragen beantworten“, freut sich Hunstock. Und auch sein Vorgänger Hans Pfeffer stehe beiden mit Vorschlägen zu Seite, „er ist ein guter Freund von mir“.

Einblick in Ehrenamt

Über ihn kam Hunstock auch selbst zum Schiedsamt: Durch ihn konnte der 66-Jährige einen Einblick in das Ehrenamt erhalten, stand auch schon einmal als Nachrücker auf der Liste. Das habe ihm die Möglichkeit gegeben, dem Bund deutscher Schiedsmänner und -frauen beizutreten und sich bei Lehrgängen über die Arbeit zu informieren. Was ihm besonders gefalle: dass es in dem Amt um das Schlichten und nicht das Richten geht. „Wir hören uns die Sichtweisen beider Parteien an und versuchen, einen Kompromiss zu schließen“, erklärt Hunstock, auf dessen Schreibtisch seit Beginn seiner Amtszeit im November drei Fälle gelandet sind.

Dass es um die Vermittlung und nicht die Rechtsprechung gehe, bekräftigt auch Hunstocks Vertreter Weiner. Der 54-jährige Landesbeamte aus Thüringen kennt sich in Rechtsfragen zwar aus, legt das aber zu seinem Vorteil aus: „Wenn wir einen Kompromiss finden, müssen wir wissen, wo die Gesetze verlaufen.“ Er freue sich über seinen neuen Kollegen, mit dem eine enge Zusammenarbeit geplant ist. „Ohne den Austausch zumindest zwischen uns wäre ein Schiedsmann der einsamste Mensch der Welt, weil er Stillschweigen über die Fälle bewahren muss.“

Neue Räumlichkeiten

Mit der Vereidigung von Volker Hunstock und Thomas Weiner haben sich im Wehretaler Schiedsamt zwei Dinge verändert: Zum einen befindet sich die Homepage der beiden gerade noch im Aufbau und wird über die Seite der Gemeinde zu erreichen sein. Zum anderen gibt es jetzt einen festen Raum: Der befindet sich im Gebäude der Gemeindeverwaltung, der Eingang befindet sich linker Hand um die Ecke, steht man vor dem Haupteingang. „Wir wollen die Fälle nicht mit nach Hause nehmen“, begründen die beiden Schiedsmänner, die für fünf Jahre gewählt worden sind. Sie versichern, dass die Gemeinde trotz der Standortnähe keinen Einblick in die vertraulichen Daten habe.

Sprechzeit ist donnerstags von 17 bis 18.30 Uhr nur nach telefonischer Vereinbarung im Schiedsbüro. Erreichbar sind die Schiedsmänner unter der E-Mail schiedsamt-wehretal@hunstock.com, per Fax 0 56 51/9 98 40 oder per Telefon an 0 56 51/4 07 53 (Volker Hunstock) oder 0 56 51/2 28 21 31 (Thomas Weiner).

Fakten über das Schiedsamt

Das Schiedsamt dient der Beilegung weniger bedeutsamer strafrechtlicher und zivilrechtlicher Angelegenheiten. Parteien, die sich zerstritten haben, müssen das Schiedsamt bei Hausfriedensbruch, Beleidigung, leichter Körperverletzung, Bedrohung oder Sachbeschädigung sowie der Verletzung des Briefgeheimnisses zuerst einschalten, bevor sie es überhaupt zu einer Privatklage kommen lassen können. Erst wenn über die Schiedsperson keine Einigung erfolgt ist, kann der Fall vor Gericht landen.

Das Verfahren wird vor der Schiedsperson mündlich ausgetragen, entweder bei einem Vor-Ort-Termin oder in den Räumen der Schiedsperson. Kommt es zu einem Vergleich, muss der unterschrieben werden - er ist dann rechtswirksam.

Die Kosten für eine Schlichtungsverhandlung betragen zwischen 21 und 50 Euro. Die bekommen nicht die ehrenamtlich arbeitenden Schiedspersonen, sondern gehen zum Teil an den Verband und werden für Auslagen verwendet. (cow)

www.schiedsamt.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare