Wassergebühren sinken in Wehretal

Reichensachsen. Die Gemeinde Wehretal wird die Gebühren für die Kanal- und Wassergebühren senken. Ohne jeglichen Einwand haben das am Montagabend die Gemeindevertreter während ihrer Sitzung beschlossen.

Die Gebührenbescheide werden künftig einen Preis von 3,30 Euro pro Kubikmeter für das Kanalnetz ausweisen statt wie bisher 3,65 Euro, beim Wasser sind pro gleicher Einheit künftig 2,25 Euro statt wie bisher 2,51 Euro zu zahlen. Gespart werden so 61 Cent pro Kubikmeter, „was bei einem jährlichen Verbrauch von 100 Kubikmeter 61 Euro ausmacht“, gab Bürgermeister Jochen Kistner ein Beispiel für eine vierköpfige Familie.

Dass die Gebühren gesenkt werden können, liegt auch daran, dass es einen erhöhten Verbrauch auch durch den Bau der Autobahn gebe. „Für den Beton darf nur Trinkwasser verwendet werden, weshalb wir mehr Einnahmen haben“, sagt Kistner. Mit den neu kalkulierten Kosten sei immer noch ein Puffer für Reparaturen an den Netzen vorgesehen.

Bei den Fraktionen kam das durchweg gut an: „Ich musste bislang immer nur über Erhöhungen abstimmen“, sagt SPD-Vorsitzender Dieter Neuser. „Dass es jetzt einmal andersrum ist, ist natürlich toll.“ Ähnlich äußerten sich auch Wolfhard Austen von der FWG, Friedhelm Zindler von der CDU sowie Alfred Preiß (FDP). Letzterer gab jedoch zu bedenken, „dass bei jeder Erhöhung nie eine richtige Kalkulation vorgelegen hat“.

Haushalt im Plus

Auch in anderer Hinsicht konnte Kistner seinen Gemeindevertretern gute Nachrichten überbringen: Nicht nur, dass der diesjährige geplante Überschuss von knapp 70 000 Euro wahrscheinlich höher ausfällt, auch für das kommende Jahr ist ein Plus vorgesehen: So sieht der Ansatz eines von 190 000 Euro im ordentlichen Ergebnis vor. Dazu trage auch die positive Steuerentwicklung in allen Bereichen bei: „Bei der Gewerbesteuer zum Beispiel gehen wir von einer knappen Million aus, und das ist vorsichtig kalkuliert“, nannte Kistner ein Beispiel. Die größte Steuer-Einnahmequelle aber bleibe die des Einkommens: 2,5 Millionen werden hier erwartet. „Die guten Nachrichten reißen nicht ab“, freute sich Kistner. Beraten müssen die Zahlen jetzt noch die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses.

Das Projekt Hessenkasse

Detailliert erklärt wurde während der Sitzung auch das Entschuldungs- und Investitionsprogramm der Hessenkasse durch Bernd Becker. Er erläuterte, dass das Land Hessen zum Stichtag 1. Juli 2008 die Kassenkredite umschulde, die Kommune dann erst einmal bei Null steht; dann aber je Jahr und Einwohner 25 Euro zahlen müsse. Das Land gebe den gleichen Betrag hinzu. Habe die Kommune hingegen keine Kassenkredite, könne sie am Investitionsprogramm teilnehmen: In diesem bekomme man mindestens 750 000 Euro zugewiesen. „Bei der Entschuldung wären es knapp 460 000 Euro, mit denen uns das Land Hessen unterstützt“, sagte Becker. Deshalb bemühe sich die Gemeinde Wehretal derzeit, einen Weg zu finden, die Kassenkredite bis zum Stichtag abzubauen, um von dem Investitionsprogramm profitieren zu können.

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