Kita in Reichensachsen hat riesigen Wasserschaden: 75.000 Euro Schaden

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Kita unter Wasser: Zwölf Stunden lang floss das Wasser aus einem Waschbecken ungehindert in die Räume. 

Weil ein Waschbecken über zwölf Stunden lang überlief, hat die Kita in Reichensachsen jetzt einen Wasserschaden in Höhe von mindestens 75.000 Euro.

Reichensachsen – Ein gigantischer Wasserschaden in dem Reichensächser Kindergarten Wilde Wichtel sorgt dafür, dass die 116 Kinder der Einrichtung bis auf Weiteres ins Exil müssen. Ein Teil der Kinder, vor allem die älteren, haben erst mal Quartier in drei Räumen in der benachbarten Kleeblattschule gefunden, weitere Kinder und die Krabbelgruppe sind im Kindergarten Hoheneiche untergebracht. Einige Eltern konnten es einrichten, ihre Kinder zumindest in dieser Woche zu Hause zu lassen oder anderweitig unterzubringen.

Ab Montag wird Lage prekär

„Richtig prekär wird die Lage ab Montag“, sagt Wehretals Bürgermeister Timo Friedrich, „wenn alle 116 Kinder untergebracht werden müssen. Wilde Wichtel ist einer der größten Kitas im Kreis.

Wasser lief zwölf Stunden aus Waschbecken des Hauswirtschaftsraumes

Bereits in der Nacht zum Dienstag war in einem Hauswirtschaftsraum im oberen Stockwerk des Gebäudes an der Friedrich-Ebert-Straße zirka zwölf Stunden lang das Wasser aus einem Waschbecken gelaufen, bis der Schaden morgens von den Erzieherinnen entdeckt wurde. Flure und Gruppenräume in Ober- und Untergeschoss waren zu dem Zeitpunkt bereits großflächig geflutet. „Das Wasser floss im Erdgeschoss selbst aus den Steckdosen raus“, berichtet Bürgermeister Timo Friedrich. Ein erstes vorläufiges Gutachten geht von einem Schaden in Höhe von mindestens 75 000 Euro aus.

Trocknungsgeräte laufen rund um die Uhr

Sie pusten: Trocknungsgeräte sollen helfen.

Seit Mittwoch sind im gesamten Gebäude Trocknungsgeräte aufgestellt, die die Feuchtigkeit wieder aus Boden, Wänden und Decken ziehen soll. Im Flur des Obergeschosses wurden Probebohrungen gemacht, um festzustellen, wie weit sich die Nässe verteilt hat.

Kein provisorischer Kita-Betrieb möglich

Einen provisorischen Betrieb des Kindergartens schließt Friedrich kategorisch aus. „Wir können hier keine Kinder reinlassen.“ Im Untergeschoss musste der gesamte Strom abgestellt werden, weil elektrische Leitungen ebenfalls nass geworden sind.

Sanierung beginnt sofort - frühestens im Februar ist Kita wieder nutzbar

„Wir beginnen sofort mit der Sanierung des Gebäudes“, erklärt der Bürgermeister. Aber einige Monate würden die Arbeiten mindestens dauern. „Vor Februar will ich den Eltern keine Hoffnung machen.“ Denn auch die Gemeinde findet nicht von heute auf morgen verfügbare Firmen, zum anderen müssen einige Leistungen ausgeschrieben werden.

Wasser aus der Dose: Bürgermeister Timo Friedrich zeigt eine der Steckdosen, aus denen das Wasser schoss.

Noch am Dienstagmorgen hatten Mitarbeiter des Bauhofes und Kräfte der zuständigen Versicherung das Mobiliar, größtenteils Holzmöbel aus dem Gebäude gebracht und im Bauhof zunächst zwischengelagert. Die erst vor einem Jahr im Erdgeschoss eingebaute neue Küche ist in Mitleidenschaft gezogen, der nagelneue Turnraum im Erdgeschoss blieb verschont.

Dafür ist der Schlafraum im oberen Stockwerk komplett durchnässt. Offenbar hat das Geschoss ein leichtes Gefälle, sodass die Wassermassen dorthin gelaufen sind.

Im Untergeschoss lösen sich die Verkleidungen von Wänden und Decken. Erschwerend kommt hinzu, dass Teile des Gebäudes, vor allem das erst vor zirka 15 Jahren neu aufgesetzte Obergeschoss, aus Rigips sind.

Über genaue Ursache schweigt Gemeinde vorerst 

Zur genauen Ursache des Wasserschadens wollte sich der Bürgermeister noch nicht offiziell äußern. Er sagte lediglich: „Das Wasser kam aus dem Waschbecken.“

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