Kartierung ergibt: Fliegende Nager, Buchenwälder und Orchideen sind Hauptgründe

Werra- und Wehretal bedeutende FFH-Schutzgebiete

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Buchen sind die häufigste Baumart in Hessen, sie sind in 37 Prozent der Waldbestände vertreten. In der Region gibt es allein 70 Hektar Orchideenbuchenwald.

Reichensachsen. „Hessens größtes und bedeutendstes FFH-Gebiet ist das Werra- und Wehretal mit vielen seltenen Pflanzen und Tieren. Hier sind 23 FFH-Lebensraumtypen, wie die Kalkheide und der Orchideen-Buchenwald zu finden, die unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten beheimaten. Beispielhaft zu nennen sind der Frauenschuh und die Wildkatze“, sagte Hessens Umweltstaatssekretär Mark Weinmeister während der Vorstellung des Schutzgebietes am Dienstag im Bürgerhaus Reichensachsen.

Die FFH-Flächenausweisung macht in Hessen 20 Prozent, im Regierungsbezirk Kassel 24 Prozent und im Werra-Meißne-Kreis ein Drittel der Gesamtfläche aus.

So sind mehr als 80 Prozent des FFH-Gebietes mit verschiedenen Buchenwäldern, wie dem Waldmeister- und Orchideen-Buchenwald, bestockt. Besonders orchideenreich sind hierbei die Kalkbuchenwälder an den Werrahängen. Aber auch die Tiere fühlen sich im „Werra- und Wehretal“ wohl und so beginnt der Luchs, welcher in Hessen lange Zeit als ausgestorben galt, sich hier dauerhaft anzusiedeln. Es gibt hier zwar noch keine stabile Population, aber es konnte bereits Nachwuchs des „Pinselohres“ beobachtet werden und so sind die Zukunftsaussichten der Luchse als positiv zu bewerten.

Mit einer Fläche von mehr als 24 000 Hektar prägt das FFH-Gebiet den ganzen Landkreis und gilt nicht nur hessen- sondern auch bundesweit als Vorzeigegebiet der Artenvielfalt. „Diese Artenvielfalt gilt es zu bewahren und so werden zur Sicherung der wild lebenden Tiere und Pflanzen seit mehreren Jahren Grunddatenerhebungen und Maßnahmenpläne für die Natura-2000-Gebiete erstellt. Diese Kartierungen sind abgeschlossen und haben bestätigt, dass es drei Hauptgründe für die FFH-Ausweisung gibt: die Buchenwälder, Fledermäuse und Orchideen/Schmetterlinge. Für den Bürger, Land- oder Forstwirt hat das keine direkten Auswirkungen, wenn er sich bei einer beabsichtigten Nutzungsänderung einer Verträglichkeitsprüfung unterzieht.

Von Helmut Mayer

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