NACH DER WAHL

Nach der Wahl in Wehretal: SPD verliert zehn Prozent, Freie Wähler starten durch

Ergebnisse für Wehretal nach der Kommunalwahl auf einem Blick.
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Ergebnisse für Wehretal nach der Kommunalwahl auf einem Blick.

Wehretal nach der Wahl: FWG und SPD mit nur zwei Mandaten Unterschied – SPD verliert zehn Prozent, Freie Wähler sind Gewinner der Kommunalwahl in Wehretal.

Wehretal – Mit einem Stimmenzuwachs von sieben Prozentpunkten auf jetzt 33,3 Prozent sind die Freien Wähler (FWG) in Wehretal der Gewinner der Kommunalwahl in der Gemeinde. Wegen der Verkleinerung des Parlamentes von bisher 27 auf jetzt 23 Sitze hat die FWG zwar nur einen Sitz dazugewonnen – sie wird statt bisher sieben nun acht Mandate in der Gemeindevertretung haben.

Doch damit haben sich die Mehrheitsverhältnisse in Wehertal grundlegend geändert.

Denn zugleich hat der bisherige Mehrheitsführer SPD mit knapp 44 Prozent fast zehn Prozent der Stimmen gegenüber der Wahl 2016 eingebüßt und kann nun nur noch zehn Mandate in dem verkleinerten Parlament besetzen. Bisher waren es 14 Sitze, mit denen die SPD bis dato doppelt so stark war wie die FWG. Jetzt trennen SPD und FWG nur noch zwei Sitze, wenngleich die SPD mit diesem knappen Vorteil dennoch stärkste Fraktion bleiben wird.

FWG

„Die Freude bei uns ist wirklich groß, das ist ein super Wahlergebnis. Wir sehen unsere Arbeit der vergangenen Jahre von den Wählern honoriert“, sagt Dr. Claus Wenzel, der für die FWG die meisten Stimmen auf sich vereinen konnte. „Wir haben einen Sitz, aber viele Stimmen gewonnen. Das bedeutet jetzt auch, Verantwortung zu tragen.“

SPD

„Wir müssen das Ergebnis der Wahl respektieren“, sagte Ralf Schlarbaum von der SPD, der bisher auch Vorsitzender des Parlamentes ist. „Aber immerhin reden wir hier von 44 Prozent der Stimmen. Aber die Großwetterlage hat uns bei dieser Wahl nicht gerade Rückenwind verschafft“, so Schlarbaum. Die SPD habe lange die Geschicke der Gemeinde geführt und ihre Arbeit gut gemacht. „Wir werden in Koalitionsgespräche gehen“, kündigte er für die SPD an.

CDU

Die CDU behält trotz Stimmengewinns von 3,3 Prozentpunkten ihre vier Sitze im künftigen Parlament. Fraktionsführer Friedhelm Zindler nannte es ein „positives Ergebnis“ für die CDU in Wehretal, machte aber keinen Hehl aus seiner Enttäuschung über sein eigens Wahlergebnis. Er wird dem neuen Parlament nicht mehr angehören. Die meisten Stimmen konnt bei der CDU die Landwirtin Katharina Dilling aus Vierbach holen.

FDP

Auch die FDP musste Federn lassen. Mit nur noch 3,6 Prozent Stimmenanteil verlieren die Liberalen einen Sitz und werden nur noch mit einem Mandat vertreten sein.

Wehretals Bürgermeister Timo Friedrich hofft, mit allen Fraktionen ins Gespräch zu kommen. „Durch die starke FWG wird es sicher andere Koalitionen in der Gemeindevertretung geben“, sagte Friedrich. Den Grund für das gute Ergebnis der Freien Wähler sieht Friedrich in deren Wahlkampf, die FWG habe sich im Gegensatz zu den anderen stark der sozialen Medien bedient und damit Wähler für sich gewinnen können, die sonst vielleicht gar nicht gewählt hätten. (Von Stefanie Salzmann)

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