Das Forstamt Wehretal wildert Wildkatzen aus, die Spaziergänger als Babys mitnahmen

Wieder zurück in die Freiheit

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Katzenbabys sind nun schon Teenager: Die zwei jungen Wildkatzen dürfen bald ihr Freigehege verlassen und im großen Wald ein Leben ganz ohne Menschen führen.

Wehretal. Katzenbabys allein im Wald – wer kann da widerstehen? Das dachten auch Spaziergänger, die im April zwei scheinbar verlassene Wildkätzchen nahe Wanfried mitnahmen und beim Tierarzt abgaben. Nun heißt es für die Tiere zurück in die Freiheit. Das Forstamt wildert die erfolgreich aufgezogenen Katzen wieder aus, bevor sie sich zu sehr an Menschen gewöhnen.

Für die zwei Wildkatzen endete das Abenteuer Mensch in diesem Fall gut. Da die Rasse zu den besonders geschützten Arten gehört wurde die Obere Naturschutzbehörde (ONB) beim Regierungspräsidium Kassel eingeschaltet. Mark Pudenz aus Bad Zwesten, Spezialist für die Aufzucht junger und die Pflege verletzter Wildtiere, bekam sie in seine Obhut und zog sie groß.

„Die jungen Kater können jetzt schon Mäuse fangen und haben mittlerweile gelernt, ihre Voliere zu öffnen. Wenn ich nicht aufpasse, unternehmen sie Ausflüge in die Nachbarschaft“, erzählt Pudenz. Nun sei es höchste Zeit, die Tiere in ihren ursprünglichen Lebensraum zu entlassen.

Die Behörde hat mit dieser Aufgabe die Fachleute vom Forstamt Wehretal beauftragt. Felix Jung, Naturschutzförster beim Forstamt, hat an einer abgelegenen Stelle im Wald ein Auswilderungsgehege bauen lassen, das den Tieren einen natürlich gestalteten Raum mit reichlich Unterschlupf bietet.

Der Standort des Geheges bleibt geheim, um die Tiere vor Neugierigen zu schützen. Damit sie sich in ihrem neuen Lebensraum zurechtfinden, werden sie zunächst für einige Tage im geschlossenen Gehege gehalten und dort gefüttert. Dann werden die Türen geöffnet und die Kater können sich frei im Wald bewegen und dort auf die Jagd gehen. Für eine Übergangszeit bekommen sie gleichzeitig noch Futter im Gehege angeboten. Doch wenn alles gut geht, werden die beiden Wildkatzen darauf schon bald nicht mehr angewiesen sein und sich ihren neuen, alten Lebensraum – den Wald – zurückerobern. (kbr/HNA)

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