Die Maschinen fest im Griff

Wehretaler nehmen an Enduro-Klassik-Wettkämpfen teil

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Glücklich mit ihrem Hobby: Manfred Liese (links) und Herbert Bechthold mit ihren Maschinen, einer Yawa von 1966 und einer Yamaha von 1978. Mit diesen haben sie jetzt erfolgreich an Rennen teilgenommen. 

Wehretal. Der Boden ist hart, die Stoßwellen, die durch den Körper jagen, ebenso: Der Enduro-Sport ist etwas für Hartgesottene. Manfred Liese und Herbert Bechthold aus Wehretal zählen sich dazu. 

Geübt, sagt Manfred Liese und lacht sein lautes Lachen, habe er nicht, bevor er sich am Wochenende auf seine 140 Kilogramm schwere Jawa-Maschine aus dem Jahr 1966 gesetzt und damit ein Rennen gefahren ist. „Aber ich habe jahrelange Übung und außerdem noch viel Kraft“, sagt der 71-Jährige selbstbewusst – zu Recht: Denn bei seinem Start bei den Enduro Klassiks in Zschopau im Erzgebirge belegte der Reichensächser den zweiten Platz in seiner Wertungsklasse.

Das Wissen darum, noch vorne mitfahren zu können, vor allem aber der „Spaß an der Freude“ und das Wiedersehen mit alten Freunden sind der Grund, warum sich Liese mit seinen 71 Jahren noch immer auf ein Motorrad setzt und über Stock und Stein, durch Wasser und Wälder fährt. Denn genau darum geht es bei dem Endurosport: Sich mit seiner Maschine durch unwegsames Gelände zu wagen und dabei nicht nur die Geschwindigkeit im Blick zu haben, sondern auch Ausdauer und Zuverlässigkeit.

Denn all das fließt in die Bewertung. „Zum einen müssen wir zu vorgegebenen Zeiten an bestimmten Kontrollpunkten sein“, erklärt Herbert Bechthold das Bewertungssystem. Der 70-Jährige aus Hoheneiche ist ebenso verrückt nach diesem Sport wie Liese, fünf Wettkampfmaschinen hat er zuhause stehen. Für den letzten hat er sich für eine Yamaha mit 503 Kubik und einem Vier-Takt-Motor entschieden, die 1978 hergestellt wurde. „Das Modell aus dieser Reihe wurde weltweit insgesamt nur 400 Mal hergestellt“, sagt er nicht ohne Stolz.

Passiert man die Zeitkontrolle früher oder später als zur vorgegebenen Minute, gibt es Strafpunkte. Hinzu kommen die, die während der Beschleunigungs- und der Trailprüfung sowie auf der Crossstrecke gemacht werden. „Je mehr Punkte man hat, desto schlechter ist das, weil die ja Strafen sind“, erläutert Bechthold – der wie Liese auch kaum welche ansammelte und in seiner Klasse den dritten Platz belegte.

Statt wie Liese drei Runden der 60 Kilometer langen Strecke zu fahren, waren es in seiner Kategorie zwei. Den ersten Rang überließ er einem Freund: Denn nicht nur er und Liese sind nach Zschopau gefahren, sondern auch Bruno Bierschenk aus Röhrda, der bei den Senioren die Goldmedaille mit nach Hause nahm. Und auch Ludwig Gros aus Bad Sooden-Allendorf hatte sich der Gruppe angeschlossen.

Für alle stehen schon die nächsten Wettkampf-Termine fest: „In zwei Wochen starten wir schon beim nächsten“, sagen Liese und Bechthold, die dann mit anderen Maschinen starten wollen – die zuvor noch einmal liebevoll auf Hochglanz geputzt werden, bevor sie bei dem Rennen dann wieder verschmutzt werden.

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