Wehretals Bürgermeister Jochen Kistner feiert heute 60. Geburtstag

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Gut behütet: Jochen Kistner mit seinem unverkennbaren Markenzeichen. 

Reichensachsen. Er ist ständig auf Achse. Jochen Kistner ist seit nun bald zwölf Jahren Bürgermeister der Gemeinde Wehretal – ein Vollzeitjob, auch wenn die Politik für ihn erst spät interessant wurde. Heute feiert er runden Geburtstag.

Doch auch in seiner Freizeit ist er am liebsten unterwegs, im Wohnmobil oder auf dem Motorrad. Weil er als Bürgermeister viel um die Ohren hat, verbrachte er in den vergangenen drei Jahren allerdings gerade mal 50 Kilometer auf seinem Bock.

Heute vor 60 Jahren kam Kistner in Frankershausen zur Welt. Mit seiner Heimat war er immer eng verbunden, als Teil der Dorfjugend und regelmäßiger Kirmesbesucher.

1975 entschied er sich für die Sekretärslaufbahn am Eschweger Finanzamt. Das bedeutete allerdings eine Versetzung an das Finanzamt in Groß-Gerau – ein Einschnitt für den heimatliebenden Kistner. „Durch die ständigen Ortswechsel – unter der Woche in Groß-Gerau, am Wochenende zuhause – fiel es schwer, richtige Kontakte zu knüpfen oder aufrecht zu erhalten“, erzählt er. Da kam die Stellenanzeige wie gerufen. Ein stellvertretender Kassenleiter in der Gemeinde Wehretal wurde gesucht, im August 1979 trat er den neuen Job an.

39 Jahre lang arbeitet er nun schon für die Gemeinde Wehretal und hat dabei vom Standesamt über das Ordnungsamt bis hin zum Meldeamt alle Bereiche der Behörde durchlaufen.

1988 wurde dann die Politik zu einem Thema von Interesse für Kistner. Zu den Wahlen seines Vorgängers Horst Dietzel wurde händeringend ein Schriftführer gesucht und in Kistner gefunden. „Heute kann ich sagen, dass das der Grundstein für meinen Spaß an der Politik war“, erklärt er. Mit seiner Position in der Kämmerei in Sachen Haushalt und Finanzen fiel der Startschuss für sein politisches Engagement. „Ab diesem Zeitpunkt war klar, dass mein Ziel das Bürgermeisteramt ist.“

2005 machte er seinen Abschluss als Verwaltungsbetriebswirt, ein Jahr später kandidierte er zum ersten Mal als Bürgermeister Wehretals. Vier Kandidaten standen damals zur Wahl. Kistner setzte sich gleich im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit durch. „Das war für mich schon etwas unerwartet, aber hat mich auch stolz gemacht“, erinnert er sich an den Wahltag. Die ersten sechs Jahre als Bürgermeister vergingen wie im Flug, bei seiner Wiederwahl 2012 wurde er mit 93 Prozent im Amt bestätigt. Gegenkandidaten gab es keine.

Den bevorstehenden Wahlen dieses Jahres sieht Kistner entspannt entgegen. „Schauen wir mal, wie es wird.“ Er wünscht sich künftig etwas mehr Zeit für Hobbys und die Familie. Seine ständige Betriebsamkeit sieht er als positiven Stress, „aber mit zunehmendem Alter bekommt man auch die Arbeit deutlicher zu spüren.“ Bleibt zu wünschen, dass Kistner in Zukunft ein paar Kilometer mehr auf seiner Maschine fahren wird. (rok)

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