Der Verkehr nimmt Überhand

Die Nordumgehung von Reichensachsen wird sich weiter verzögern

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Zu Stoßzeiten kommt man als Linksabbieger in Reichensachsen kaum vom Fleck.

In Reichensachsen nimmt der Verkehr Überhand. Die im Zuge der A44 versprochene Nordumgehung, die für Entlastung sorgen könnte, rückt indes in immer weitere Ferne.

Immer neue Hürden bei der geplanten nördlichen Umgehungsstraße von Reichensachsen verzögern das Projekt wieder um Jahre. Obwohl auch im Zuge des Autobahnbaus der A 44 seit 20 Jahren an der sogenannten Nordumgehung geplant wird, gibt es bisher keinen Termin für einen Baustart. Auf den wollte sich auch Hessen Mobil in einer Sitzung des Kreisausschusses nicht festlegen.

Wie Wehretals Bürgermeister Timo Friedrich schilderte, gebe es aktuell eine neue Wasserrichtlinie, für die bestimmte Träger öffentlicher Belange in dem Planungsverfahren neu gehört werden müssten. Die dafür prognostizierte Verzögerung beträgt ein Jahr.

Verkehr nimmt Überhand

Unterdessen ist es in der Ortslage Reichensachsen zu den Hauptverkehrszeiten kaum noch möglich, voranzukommen, geschweige denn links abzubiegen. Laut einem Gutachten, das allerdings aus 2012 stammt, durchqueren täglich 12.000 Fahrzeuge die Ortslage von Reichensachsen; da der Verkehr sich aber hauptsächlich zwischen 7 und 18 Uhr abspielt, wird von 16 Autos pro Minute ausgegangen. Das Tagesaufkommen wird bis 2025 auf voraussichtlich 13.600 Fahrzeuge pro Tag ansteigen, so die Prognose von Verkehrsexperten.

Nordumgehung notwendig

Doch für die Gemeinde Wehretal hängen neben der Entlastung der Hauptdurchfahrtsstraße noch zwei weitere Projekte an der Nordumgehung. Zum einen soll 2020 der neue Feuerwehrstützpunkt gebaut werden, der von Eschwege kommend am Ortseingang von Reichensachsen liegt. 

Muss die Feuerwehr auf die künftige A44 Richtung Sontra ausrücken, muss sie durch Reichensachsen. In die andere Richtung könnte die Wehr die Nordumgehung nutzen. Zweites großes Vorhaben ist das geplante Gewerbegebiet „An den goldenen Äckern“ in Reichensachsen, das ebenfalls auf eine günstige Anbindung an die Umgebung angewiesen ist.

Pendlerströme werde nicht kleiner

Laut des Widmungs- und Umstufungskonzeptes im Zuge des Autobahnbaus ist nach jetzigem Stand zudem geplant, die bisherige Bundesstraße 452 zwischen Reichensachsen und dem sogenannten Hoheneicher Rondell an der Kreuzung zur B 27 abzustufen und in eine kommunale Straße umzuwidmen. 

Das würde dann möglicherweise auch mit einem Rückbau der Straße ähnlich der Bundesstraße bei Waldkappel verbunden sein. „Die Pendlerströme werden aber nicht kleiner, wenn trotz Autobahn die Umgehungsstraße für Reichensachsen nicht gebaut wurde“, sagt Friedrich.

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