Im Bürgerhaus Reichensachsen ist kein nahtloser Übergang mehr möglich, ein Neuanfang wird nötig

Wirts- und Manager-Paar muss her

Totenstille wie auf dem benachbarten Friedhof herrscht derzeit am und im Bürgerhaus Reichensachsen. Foto: Mayer

Reichensachsen. Als es im vergangenen Jahr galt, ein gut geführtes Haus nahtlos einem neuen Pächter zu übergeben, war es schon schwierig, eine geeignete Person für das Bürgerhaus Reichensachsen zu finden.

Jetzt, nach einem nur halbjährigen Gastspiel eines dubiosen Gastronomen „ist es ein Neuanfang“, sagt Bürgermeister Jochen Kistner. Am 9. April war Schlüsselrückgabe, jetzt läuft die Gemeinde der Pacht hinterher.

An ihm ist der Fehlgriff hängengeblieben, jetzt werde er sich nicht wieder drängen lassen, sondern in aller Ruhe sondieren. „Ich habe gelernt, auch, dass man auf eine behördliche Unbedenklichkeitsbescheinigung nicht setzen darf“, sagt Kistner rückblickend. Man sei in Reichen-sachsen mit einer kurzen Unterbrechung drei Jahrzehnte verwöhnt worden in Sachen Bürgerhaus. Hier müsse ein Ehepaar her, dass über Bier zapfen und Currywurst hinaus einen großen Saal bewirtschaften und entsprechende Veranstaltungen managen könne. Zwei neue ernsthafte Interessenten gibt es, beide aus der Region und aus der Branche, in diesen Tagen haben sie sich vorgestellt. Auf eine Ausschreibung soll verzichtet werden. In der zweiten Jahreshälfte, hofft Kistner, soll der Betrieb wieder laufen.

Denkbar sei, Restaurant und Hotel sowie den Saal getrennt zu vergeben oder wie gehabt alles zusammen. Eine relativ niedrige Pacht soll den Neustart anschieben, eine umsatzabhängige Anpassung nach einer Frist würde folgen. Das funktioniere in Vierbach bestens, sagt der Bürgermeister.

Auch eine Selbstbewirtschaftung bei Vereins- und Familienfeiern klappe anderenorts und in den eigenen Ortsteilen prima, warum nicht in Reichensachsen? Dafür habe man zwischenzeitlich eine neue Nutzungs- und Gebührenordnung geschaffen, damit es weitergeht bis eine Pächterlösung gefunden ist. So findet am 29. April eine Veranstaltung zum Kinderförderungsgesetz statt, wo der Mieter das Catering selbst organisiert, die Gemeinde ist ihm behilflich. Auch die Kegelbahn wird während der Gaststättenschließung weitergenutzt.

Zu dem hartnäckig sich haltenden Gerücht, man habe die Familie Benning aus Sontra nach Eschwege ziehen lassen sagt Kistner: „Die haben sich nie hier beworben, noch nicht einmal angerufen“. Hingegen kam ein Paar aus Thüringen in Reichensachsen nicht zum Zuge und ist jetzt im Bürgerhaus in Sontra. (hm)

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