Neues Bürgerbegehren zum Verkauf: Verwaltung prüft Angebot auf Umsetzbarkeit

Obermühle: SPD und CDU wollen mehr Geld

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Verrammelt bis zum endgültigen Verfall, oder kann hier bald neues Leben einziehen? Die Wehretaler sollen erneut über die Zukunft der Obermühle abstimmen.

Reichensachsen. Mit Gelassenheit reagierte Wehretals Bürgermeister Jochen Kistner gestern auf die Ankündigung der Gemeindevertreter Wolfhard Austen (FWG) und Dr. Claus Wenzel (CDU), den Verkauf der Obermühle mit einem neuen Bürgerbegehren und in der Konsequenz auch mit einem Bürgerentscheid durchsetzen zu wollen.

Die Gemeindevertretung hatte in ihrer Dezembersitzung das Kaufangebot niederländischer Geschäftsleute mehrheitlich abgelehnt.

Wie schon vor drei Jahren, als die Wehretaler Bevölkerung per Bürgerentscheid das finanzielle Engagement der Kommune bei der Sanierung des baufälligen Gebäudekomplexes mit großer Mehrheit verhindert und den Verkauf durchgesetzt hatte, wollen Austen und Dr. Wenzel die im November abgelaufene Bindung an den Bürgerwillen jetzt erneuern. Die FWG steht hinter diesem Vorstoß von der SPD und der CDU in der Gemeindevertretung wird das, wie schon vor drei Jahren, abgelehnt.

Kistner erklärte gestern, die Gemeinde werde das Angebot der Kaufinteressenten an die Kommune erneut auf die Umsetzbarkeit hin prüfen. „Der Verkauf ist ja nicht ausgeschlossen“, so Kistner. Die Gemeinde wolle die Mühle eben nur nicht zu den Bedingungen der Kaufinteressenten abgeben. Das sieht auch SPD-Fraktionsvorsitzender Dieter Neuser so: „Wir haben lediglich dieses Angebot nicht angenommen.“ Neuser stört sich am Kaufpreis, den er für zu niedrig befindet. Als Größenordnung zur Orientierung sieht er die 87 000 Euro, die im Konsolidierungskonzept stehen. „80 000 Euro sollten es schon sein“, sagt CDU-Fraktionschef Hartmut Henkelmann, dem die angebotenen 30 000 Euro zuzüglich Kanalanschlussgebühren (27 500 Euro) ebenfalls zu wenig sind. „Wenn das Bürgerbegehren in der Gemeindevertretung zur Abstimmung kommt, werden wir an unserem Beschluss festhalten“, kündigt Henkelmann an und kritisiert, dass der Bürgerentscheid „viel Geld und Arbeit kostet“.

Von Harald Sagawe

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