WR-Serie „Paradies gesucht“

Zitruspflanzen hinter dem Zaun: die Sandrocks zeigen ihr Blumenmeer

Giesela Sandrock mit ihrem Mann im Strandkorb, dem Lieblingsplatz der Hobbygärtnerin. 
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Giesela Sandrock mit ihrem Mann im Strandkorb, dem Lieblingsplatz der Hobbygärtnerin. 

Wenn Ferien im eigenen Garten, gerade in der Corona-Zeit, zum Urlaubsersatz werden, ist die WR dabei und wirft in dieser Serie einen Blick in die heimischen Paradiese.

Reichensachsen – Werner Sandrock ist überzeugt, dass man auch aus nichts etwas machen kann. Nichts ist in den Augen des gelernten Maurers eine ganze Menge Steine, die der Handwerker behauen und gesetzt hat. So reihen sich heute, rund um die Rabatten, kleine Mauern an den Grundstücksgrenzen aneinander. Ein meterlanger Bachlauf aus aufgeschichteten Steinen schlängelt sich von einer Gartenecke durch den Hinterhof und eine massive Außenfeuerstelle ist in die Wand der Terrasse eingelassen.

Gleich neben seinem Mauerwerk auf der Veranda ist auch der Lieblingsplatz von Werner Sandrock. „Von hier aus kann ich den ganzen Garten überblicken“, erklärt der 79-Jährige. Dabei lässt sich der 3300 Quadratmeter große Garten gar nicht so leicht überschauen.

Werner Sandrock zeigt seine Mandarinenzucht.

Überall wachsen große Stockrosen aus den Blumenbeeten, Kletterrosen ranken sich über Metallbögen und drei Teiche plätschern im Grünen.

Mitten in der Blumenpracht ist der Lieblingsplatz von Giesela Sandrock. Die 73-Jährige sitzt in einem Strandkorb und schaut zufrieden zu dem steilen Bachlauf, der mit Lavendel und Mandarinenbäumen bepflanzt ist.

Die kleinen Zitruspflanzen sind der Zuchterfolg des Ehepaars. Dutzende Keimlinge in kleinen Tonschalen wachsen im Schuppen der Hobbygärtner.

Einer der drei Teiche im Garten der Familie. 

„Die Mandarinenbäume in unserem Garten müssen wir allerdings jedes Jahr ausgraben und nach dem Winter neu setzen“, berichtet Werner Sandrock. Denn für die ursprünglich aus Indien und China stammende Pflanze wird es im Winter zu kalt.

Damit es mit der Zitruszucht auch im kühlen Deutschland klappt, empfiehlt Sandrock, die Erde im Topf stets feucht zu halten und neben gemäßigten Temperaturen Sonnenlicht zu bieten.

Platz für ausgiebige Zuchtversuche hat das Ehepaar Sandrock auf dem ehemaligen Ackerland und den Weidewiesen, die heute sowohl Blumenbeete als auch Gemüsegarten der Familie sind. „Vor Jahren war hier ein Hühner- und Gänsestall“, erinnert sich Giesela Sandrock und deutet auf die gleichmäßig geflieste Terrasse.

Wo heute der blühende Bachlauf fließt, war früher eine Miste. „Wir hatten auch einen noch größeren Kartoffelanbau“, erklärt Werner Sandrock.

Den Bachlauf im Garten von Werner Sandrock hat der gelernte Maurer selbst gebaut. Die Steine hat das Ehepaar Sandrock gesammelt und aufgeschichtet. Um das Blütenmeer rund um den Wasserlauf über den Winter zu bringen, graben die Hobbygärtner einzelne Büsche aus.

Der 79-Jährige steht vor seinem Grabgarten, auf dem die grünen Blätter der Kartoffelpflanzen in Reihen wachsen. Der Hobbygärtner hebt einen Erdapfel auf und erklärt: „Bei einem Garten muss man viele gute Ideen haben und es mit Liebe machen“, beteuert Werner Sandrock.

Den grünen Pflanzen und bunten Blumen widmet das Ehepaar viel Zeit und Mühe. Weil es besonders wichtig sei, mit einer Gießkanne statt mit einem Schlauch zu gießen, machen sich die Rentner jeden Tag daran, ihre Zöglinge mit der Hand zu bewässern. „Und es ist viel Arbeit“, gesteht der 79-Jährige.

Auch für die Zukunft hat das Ehepaar schon einen Plan für seinen großen Garten: „Wenn es mal nicht mehr so geht, gibt es eben einen Wildgarten oder so“, findet Sandrock vergnügt. (Kim Hornickel)

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