Coronavirus

Weihnachtsgruß per Video - Seniorenheime waren zum Fest kreativ

Weihnachtsgrüße gab es auch in unserer Region durchs Fenster: Bewohner der lokalen Seniorenzentren bekamen zu den Festtagen kleine Open-Air-Konzerte geboten.
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Weihnachtsgrüße gab es auch in unserer Region durchs Fenster: Bewohner der lokalen Seniorenzentren bekamen zu den Festtagen kleine Open-Air-Konzerte geboten.

Die Weihnachtstage sind für Menschen, die in Seniorenheimen wohnen, oft nicht einfach – Die Kontaktbeschränkungen durch die Coronapandemie verstärken das noch mehr.

Werra-Meißner – Trotzdem gab es in vielen Seniorenzentren Grund zur Freude während der Festtage, denn Einschränkungen machten auch kreativ. Wir haben uns in umliegenden Einrichtungen im Kreis umgehört, wie die Weihnachtstage verbracht werden konnten.

Waldkappel

„Wir haben Besuche möglich gemacht“, sagt Monika Magerkurth, Assistentin der Einrichtungsleitung vom Seniorenzentrum Waldkappel. So wurde ein separates Besucherzimmer hergerichtet, in dem die geltenden Hygienevorschriften eingehalten werden konnten. Nach vorheriger Terminvergabe konnten maximal zwei Personen aus einem Haushalt ihre Angehörigen besuchen.

Eine halbe Stunde war jeweils dafür eingeplant, damit möglichst viele Besuche stattfinden konnten. „Das wurde sehr gut angenommen“, sagt Magerkurth. Zudem wurden den Bewohnern Videotelefonate mit ihren Angehörigen ermöglicht, damit sie Weihnachtsgrüße immerhin digital versenden konnten.

Über die Feiertage gab es außerdem einen Gottesdienst, es wurden Lieder gesungen, Weihnachtsgeschichten vorgelesen und ein Akkordeonspieler gab eine kleine Vorstellung. „Man versucht, es trotz Einschränkungen so schön wie möglich zu gestalten“, sagt Magerkurth.

Eschwege

Wegen mehrerer Infektionsfälle waren im Eschweger Seniorenzentrum Brückentor leider keine Besuche möglich, wie der Geschäftsführer der Diakonischen Altenhilfe, Torsten Rost, mitteilt. Bis in den Januar hinein seien eigentlich Besuchetermine geplant gewesen. „Die mussten wir aber leider wieder absagen“, sagt Rost.

Trotzdem gab es in den jeweiligen Wohnbereichen kleine Weihnachtsaktionen um den Weihnachtsbaum herum, Andachten und gemeinsames Essen. Auch der Eschweger Posaunenchor gab ein Konzert vor der Einrichtung, dem die Bewohner durch die geöffneten Fenster und vom Balkon aus lauschen konnten.

Herleshausen

Auch in Herleshausen konnten wegen Coronafällen im Pflegezentrum keine Besucher empfangen werden, berichtet Ursula Nölker, Leiterin des Hephata Alten- und Pflegeheims Margot-von-Schutzbar-Stift.

Über Tablets wurde aber ein Videokontakt zu den Angehörigen hergestellt, an Heiligabend hätten viele außerdem Geschenke für die Bewohner vorbeigebracht. „Wir haben trotz allem versucht, den Bewohnern den Geist von Weihnachten zu vermitteln“, sagt Nölker.

So gab es Andachten, Krippenspiele auf Video, alle Zimmer wurden weihnachtlich geschmückt und für jeden Bewohner gab es eine kleine Bescherung, erklärt Nölker. Als besondere Überraschung spielten die Enkelsöhne eines Bewohners mit ihren Trompeten auf der Terrasse vor der Einrichtung zudem ein kleines Weihnachtskonzert. „Das konnten unsere Bewohner über die geöffneten Fenster erleben“, sagt Nölker.

Wanfried

Das Pflegezentrum Plesseblick in Wanfried ist in der Coronapandemie noch glimpflich davon gekommen, berichtet die Einrichtungsleiterin Marion Hesse. „Wir hatten Gott sei Dank noch keinen Coronafall“, sagt sie. Deswegen waren mit Einschränkungen auch Besuche möglich.

Zeitgleich durften drei Bewohner jeweils einen Angehörigen empfangen – für je eine Stunde. Vorher musste jeder Besucher einen Corona-Schnelltest machen.

„Die Kinder und Enkelkinder fehlen auf jeden Fall. Aber es gibt viel Verständnis von allen Seiten“, sagt Hesse. Pfarrerin Rosemarie Kremmer hat außerdem einen Gottesdienst auf die Videoplattform Youtube hochgeladen, den sich die Bewohner des Pflegezentrum Heiligabend anschauen konnten.

Zudem war sie gemeinsam mit Carsten Vogt und Mitgliedern der Feuerwehr draußen vor der Einrichtung, um den Bewohnern ein Ständchen zu spielen. „Das war sehr schön“, sagt Hesse.

Von Jessica Sippel

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