Wandel der Zeit: Die Fabers führen das letzte noch verbliebene Gasthaus in Weißenborn

„Ein Raucherraum ist Pflicht“

Das Gasthaus Faber ist ein Familienbetrieb: Magdalena Faber (links) wirbelt in der Küche, Günter Faber zapft das Bier hinter der Theke und Tochter Bianca hilft, wo sie gebraucht wird. Foto: Bettinger

Weißenborn. In Weißenborn gab es mal fünf Gaststätten, jetzt gibt es nur noch eine - DIE eine. Jene, in die alle gehen, wenn es etwas zu feiern, zu diskutieren oder zu schwatzen gibt: das Gasthaus Faber an der Großburschlaer Straße. Die Inhaber Günter und Magdalena Faber betreiben sie seit 29 Jahren. Und das, obwohl sie eigentlich nur ein paar Jahre bleiben wollten.

Damals, vor fast drei Jahrzehnten, war Magdalena Faber Zahnarzthelferin von Beruf, ihr Mann verlegte Fliesen. Mit Gastronomie hatten beide bis dahin nur wenig zu tun gehabt. Dann erbte Günter Faber von seinem Onkel Christoph Mäder das Lokal. Tochter Bianca war gerade sieben Jahre alt.

Erst verpachtete die Familie das Gasthaus für ein paar Jahre, dann stieg sie selbst ein: Der Sprung ins kalte Wasser. Die ersten 15 Jahre stand Magdalena Faber allein hinter der Theke, während ihr Mann seiner bisherigen Arbeit nachging. „Damals machten wir schon um 11 Uhr auf, das war nicht einfach“, erinnert sie sich. Erst am Abend, wenn Günter Faber von der Arbeit kam, konnte er ihr helfen. Als Jugendlicher hatte sich der heute 74-Jährige bei seinem Onkel schon in der Kneipe ein bisschen Taschengeld verdient.

In einer Kneipe kriegt man hautnah mit, wie ein Dorf sich ändert.“

Die Gaststätte selbst existiert schon seit über 50 Jahren mit immer wechselnden Pächtern. Im Durchgang zu einem der beiden Vereinsräume steht noch die alte Jukebox von damals mit den kleinen Schaltplatten. Bei Feiern, erzählt Magdalena Faber, käme ab und an noch der Wunsch, einen alten Schlager von früher zu spielen.

An dieses Früher denken die beiden nicht so gern: Viele ihrer Stammgäste von damals kommen längst nicht mehr. Auch in der Gesellschaft hat sich vieles verändert. „Wir merken es immer, wenn die Vereine sich bei uns treffen“, sagt Magdalena Faber. Immer weniger würden sie und vor allem immer älter. Dafür, so die 68-jährige Küchenchefin, kämen heute oft die Kinder der alten Stammgäste.

Oft Umgebaut

Mehrmals bauten die Fabers um und an. Gut 200 Leute passen in den Festsaal, dazu gibt es zwei Vereinsräume, einen Raucherraum („Ohne den geht heute nichts mehr“, sagt Günter Faber), einen kleinen Saal, eine Kegelbahn und jede Menge Parkplätze rund um das Haus. Seit den 90-er-Jahren ist die Gaststätte gleichzeitig auch Dorfgemeinschaftshaus. Jetzt ist das Gasthaus auch für Behinderte gut zu erreichen.

Echter Familienbetrieb

Mittlerweile können sich die Fabers ein Leben ohne ihre Gaststätte nicht mehr vorstellen. Tochter Bianca ist gelernte Bürokauffrau, lieber aber hilft sie den Eltern im Betrieb. „Es macht Spaß, mit den Gästen in Kontakt zu kommen“, sagt sie. Für ihre Mutter ist es immer noch das größte Lob, wenn die Teller leer zurückkommen. Am 1. Juli 2013 feiern sie ihr 30-Jähriges - nur wie, das steht noch nicht fest.

Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch, Freitag ab 17 Uhr, Samstag ab 15 Uhr, Sonntag von 10 bis 14 sowie ab 16 Uhr.

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