So richtig Schwein gehabt

Rambacher Christian Robel hält Schweine in Freilandhaltung 

+
Stolz auf seine Tiere: Seit 2012 hält Christian Robel in den Sommermonaten Freilandschweine auf seinem Gelände. Etwa sieben Monate – von April bis Ende Oktober – bleiben die Tiere bei ihm, bevor sie geschlachtet und an regionale Metzger verkauft werden.

Rambach. Sauwohl fühlen sich die Schweine von Christian Robel aus Rambach: Der Tierfreund hat sich einen Traum verwirklicht und setzt ganz auf Freilandhaltung.

Aus dem Grasgrün zeichnen sich kupferrote Ohrwascheln ab. Friedlich liegen die sechs Freilandschweine in der Morgensonne und dösen. „Seit drei Wochen sind die Tiere jetzt bei mir“, sagt Besitzer Christian Robel. Der Rambacher lehnt am selbstgezimmerten Holztor und beobachtet das Geschehen. Die Grünflächen, die sich hinter dem Wohnhaus der alten Rambacher Schlagdmühle erstrecken, sind so weitläufig, dass ihr Ende am Horizont kaum noch erkennbar ist.

Liebevoll hat Robel das verfallene Haus, das etwa einen Kilometer außerhalb des Ortskerns liegt, über Jahre hinweg grundsaniert. Für die Nutzung des zugehörigen Geländes ist er ein gehöriges Wagnis eingegangen: die Haltung von Freilandschweinen. Kreisweit, sagt Robel, sei er damit der Einzige.

Alles andere als einfach sei es gewesen, sämtliche Genehmigungen einzuholen. „Einen Haufen Papierkram“ habe er erledigen müssen, bis die ersten Schweine im Jahr 2012 endlich Einzug halten konnten. Nur eine der vielen behördlichen Vorgaben sei es gewesen, einen elektrischen Zaun um die Wiesen zu spannen. Der verhindert nun, dass sich Wildschweine zu Robels Schweinen auf die Wiesen gesellen.

Wühlen, suhlen, schlafen 

„Wichtig ist, das Leid der Tiere abzustellen“, sagt Robel – im Übrigen gelernter Metzger. Massentierhaltung, mit Antibiotika versetztes Futter, Elektroschocks während der Aufzucht – „das verachte ich zutiefst“, sagt der Rambacher.

Robels Tiere haben dagegen so richtig Schwein gehabt: Sie dürfen den ganzen Tag im Dreck wühlen, und ist es ihnen zu heiß, schützt sie ein mit Stroh ausgelegter Unterschlupf. Sogar eine eigene Suhle hat Robel angelegt. „Das Futter beziehe ich ausschließlich von Landwirten aus dem Ort“, sagt er und beginnt, seinen blauen Futtereimer mit einer Mischung aus Weizen, Gerste und Hafer zu füllen. Schlagartig kommt Bewegung in die eben noch ruhenden Schweine. Aufgeregt scharen sie sich um Robel und den Futtertrog.

„Fast wie Haustiere“, sagt Robel und lacht. Fast – denn eins müsse eben auch klar sein: „Irgendwann kommt Tag x, und dann werden die Tiere geschlachtet.“ Und zwar so, sagt Metzger Robel plötzlich wieder sehr ernsthaft, dass keines der Tiere ein Leiden ertragen müsse.

Von Emily Spanel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare