Die Mehrheit der Eltern ist gegen das rettende Einklassensystem für die Graburgschule

Die Verunsicherung bleibt

+
Die Graburgschule soll bleiben, das wünschen sich die Schüler aus Weißenborn und Rambach. Erst vor zwei Jahren haben sie einen neuen Spielplatz für die Pausen bekommen. Wird die Schule geschlossen, müssten sie jeden Tag pendeln.

Weißenborn. Bleibt die Graburgschule Weißenborn erhalten oder nicht - diese Entscheidung könnte am Montagabend in der Schulkonferenz fallen. Die Stimmung der Eltern im Ort spricht derzeit eher dagegen.

Auf einer Diskussionsveranstaltung vor drei Wochen hatte die Leiterin des Staatlichen Schulamts Bebra, Anita Hofmann, deutliche Worte gefunden: Mit dem derzeitigen Konzept, jeweils zwei Jahrgänge zu einer Klasse zusammengefasst, bekommt die Schule in Zukunft keine Genehmigung mehr, weil zu wenig Schüler in Aussicht stehen.

Mögliche Rettung der Grundschule wäre die Zusammenfassung aller Schüler zu einer Klasse, unterrichtet von einem Lehrer. „Dafür“, so versprach Hofmann, „gibt es auf jeden Fall eine Genehmigung.“ Wird die Schule geschlossen, müssen die Kinder je nach Kreistagsbeschluss nach Wanfried, Eschwege oder Röhrda.

Die Entscheidung - da sind sich alle einig - soll im Einvernehmen mit den Eltern getroffen werden. „Wir arbeiten noch daran, den Willen der Eltern herauszukristallisieren“, sagt die Elternbeiratsvorsitzende Elke Eisenträger. 71 Fragebögen hatte Bürgermeister Thomas Mäurer verschickt. An alle Eltern, die derzeit ein Kind auf der Schule haben, und an jene, deren Kinder demnächst eingeschult werden. 50 davon kamen bisher ausgefüllt zurück.

Die Tendenz: Die Mehrheit der Eltern ist gegen das Einklassensystem. Von den drei alternativ angegebenen Schulen bevorzugen sie die Mittelpunktschule in Röhrda. „Wir haben aber auch gefragt, in welcher Form sich die Eltern das Einklassensystem doch vorstellen könnten“, sagt Mäurer. Das Ergebnis: Würden nicht nur einer, sondern zwei Lehrer sich den Unterricht der einen Klasse teilen, gäbe es eine kleine Mehrheit für den Erhalt.

Eltern sind verunsichert

Man spüre ganz klar den Wunsch der Eltern, die Schule in Weißenborn zu erhalten, aber auch eine starke Verunsicherung, ob das Einklassensystem ausreicht, ihre Kinder auf die weiterführenden Schulen vorzubereiten, so Mäurers Fazit. „Da fehlen uns einfach noch weitere Informationen.“

Darüber, ob sich zwei Lehrer das Deputat der Graburgschule teilen könnten, hat das Schulamt bisher keine definitive Zusage geben können. Diese Zahlen entscheiden sich erst im Laufe des Monats, heißt es in einer Mail, die Hofmann an Mäurer schrieb.

Am kommenden Montag bereits einen Entschluss zu fassen hält der Bürgermeister deshalb für verfrüht. Er gab der Schulkonferenz, die sich paritätisch aus Eltern und Lehrern zusammensetzt, die Empfehlung, sich weiter über mögliche pädagogische Konzepte zu beraten und den Beschluss aufzuschieben. „Vielleicht kriegen wir in der Zwischenzeit auch noch eine weitere Informationsveranstaltung mit einem neutralen Pädagogen, der bereits Erfahrung mit dem Einklassensystem hat, organisiert“, hofft Mäurer.

Bis zu den Osterferien hat die Gemeinde Zeit. Dann muss das Schulamt wissen, mit welchem Modell die Weißenbörner in die Zukunft wollen.

Von Stefanie Müller

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare