Neuer Premiumwanderweg

P15 wird ein Weißenbörner

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Ist der Premiumwanderweg 15 erst mal fertig, haben die Wanderer genau diesen Blick von der Graburg auf Weißenborn.

Weißenborn. „Wir können uns doch nicht immer nur mit dem kommunalen Schutzschirm beschäftigen“, sagt Thomas Mäurer entnervt, weshalb der Bürgermeister nun umsetzt, was er seit einem Jahr plant: einen Premiumwanderweg für Weißenborn.

Nummer 15 soll es werden - rund um den Ort, die Graburg, bis nach Thüringen und zurück. Auf der Parlamentssitzung am Dienstag stellte er den Vorschlag zur Abstimmung. Da die derzeit geplante Routenführung den Ars Natura und den Werra-Burgen-Steig Hessen (x5H) auf der Graburg miteinbezieht, bekäme die Gemeinde einen Zuschuss von 60 Prozent.

Zu zahlen wären laut derzeitigem Stand dann nur noch rund 4600 Euro. Auch das war den Vertretern zunächst aber noch zu viel. „Wir streiten beim Schutzschirm um jeden Euro und sollen dann tausende von Euro für Pfosten und Schilder ausgeben?“, stellte Alois Frank von der SPD-Fraktion zur Diskussion. Auch kämen auf die Gemeinde nach Eröffnung des Wanderwegs alle drei Jahre jeweils rund 1000 Euro für die Zertifikatserneuerung zu.

Diesem Gegenwind nahm der Gemeindechef schnell die Kraft aus den Segeln: „So eine Perle, wie wir sie mit der Gra-burg haben, gibt es nicht noch einmal.“ Zudem würden die Kosten auch sinken, je mehr Eigenleistung die Gemeinde erbringe. „Je mehr Pfosten und Pfähle wir selbst einschlagen, desto weniger Geld müssen wir dafür zahlen“, appellierte er an die eigenen Nasen seiner Parlamentarier. Es sei eine Investition in die Zukunft von Weißenborn.

Die Klärung der Eigentumsverhältnisse und Jagdinteressen längs der geplanten Route haben Marco Lenarduzzi und sein Team vom Naturpark Meißner-Kaufunger Wald übernommen. Er ist überzeugt vom Erfolg des P15: „Die Entwicklung der bestehenden 14 Wege zeigt, wie gut das Konzept aufgeht.“ Die Wege seien immer stark frequentiert.

Es ist eine Investition, die sich für alle Beteiligten lohnt. Mit dem P15 würde Weißenborn in die bundesweite Vermarktungskampagne des Deutschen Wanderinstituts aufgenommen. „Schöne Landschaft allein reicht heute nicht mehr aus, um Touristen anzulocken“, mahnt Lenarduzzi. Ihnen müsse man Angebote bieten, Qualität, etwas zu entdecken. Mit einem Premiumwanderweg käme Weißenborn auch im Programm der Werratal-Tourismus-Marketing GmbH deutlich stärker vor. „Bisher gab es für uns keinen Grund, Touristen nach Weißenborn zu schicken“, sagt deren Geschäftsführerin Claudia Krabbes, die das Wanderland Werraland auch auf Messen und Freizeitbörsen vertritt.

Ziel ist es, dass Naturliebhaber sich bequem ein Quartier im Kreis suchen und dann von dort die einzelnen Wanderwege aufsuchen. „So könnten in Weißenborn Übernachtungsmöglichkeiten entstehen“, hofft Mäurer. Gastronomie und Arbeitsplätze wären gesichert. „Dazu“, so mahnt Krabbes, „müssen die Gewerbetreibenden aber auch ihren Teil beitragen.“

Der P15 könnte passend zum Themenschwerpunkt Wandern im nächsten Jahr im Mai oder Juni eröffnet werden. Die Gemeindevertreter gaben einstimmig ihr Jawort.

Von Stefanie Bettinger

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