Naturschutz

Wer wird Vogel des Jahres 2021? Die Entscheidung in Deutschland lässt auf sich warten

Sollte laut dem Vogelschutzbeauftragten Wolfram Brauneis einen höheren Fürsorge-Zuspruch erhalten: der vom Aussterben bedrohte Kiebitz.
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Sollte laut dem Vogelschutzbeauftragten Wolfram Brauneis einen höheren Fürsorge-Zuspruch erhalten: der vom Aussterben bedrohte Kiebitz.

Noch immer ist kein Vogel des Jahres bestimmt, berichtet Wolfram Brauneis, Kreisbeauftragter für Vogelschutz. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der Landesbund für Vogelschutz Bayern (LBV) hätten sich bisher noch nicht festgelegt, welche Art die bundesdeutsche Vogelwelt im Jahr 2021 repräsentieren solle.

Eschwege – Naturschützer, Vogelkundler und Feldornithologen und alle weiteren Interessierten seien dazu aufgerufen gewesen, per Internet ihrem Favoriten ihre Stimme zu geben. Aus dieser Vorwahl seien von einer Jury nun zehn Arten bekannt gegeben worden, aus denen nach einer Wahlpause (bis zum 18. Januar) dann bis zum 19. März der endgültige Sieger hervorgehen solle.

„Zu den vorerst zehn Gewinnern zählen Stadttaube, Rotkehlchen, Amsel, Feldlerche, Goldregenpfeifer, Blaumeise, Eisvogel, Haussperling, Kiebitz und Rauchschwalbe“, sagt der Vogelschutz-Kreisbeauftragte Wolfram Brauneis.

Gemäß der Ansprüche, die in der Vergangenheit ausschlaggebend für eine Berücksichtigung als Vogel des Jahres gewesen seien, wie eine ernsthafte Bedrohung durch Umweltschäden und Lebensraumverlust, seien die genannten Spezies Feldlerche, Rauschwalbe und vor allem Kiebitz im Bezug auf Hessen „richtig platziert“, so die Einschätzung von Brauneis.

Es verwundere allerdings, dass der hessenweit überaus sorgenvolle Rückgang des Rebhuhns nicht dazu beigetragen habe, die Spezies mehr in den Fokus zu rücken. „Denn trotz des Anlegens von Brachestreifen und Blühflächen schafft es der einst häufige Feldvogel nicht, auch nur annähernd wieder bestandsbildend auf die Schwingen zu kommen“, sagt Brauneis. Dabei liege die Verantwortung ganz bei den Menschen, da das Rebhuhn nicht zu den Zugvögeln gehöre und das ganze Jahr über Lebensräume in Hessen haben müsse.

„Genauso überrascht es, dass der Kiebitz, der in Hessen vom Aussterben bedroht und im Werra-Meißner-Kreis durch einen Biotopverlust schon seit Jahren kein Brutvogel mehr ist, einen nur minimalen Fürsorge-Zuspruch erreicht“, sagt der Vogelschützer. Bei der Wahl zum Vogel des Jahres ginge es darum, die ins Gespräch zu bringen, deren Lebensräume im Feld, Wald und Flur immer mehr abnehmen und Vorkommen so begrenzt seien, dass sie auf der Roten Liste stünden.

Dazu zählen laut Brauneis unter anderem Braunkehlchen, Heidelerche, Raubwürger, Schwarzstorch und der Kuckuck. Von den zur Wahl stehenden zehn Vogelarten sei der Kiebitz sehr für die Wahl zu empfehlen, so Brauneis. Er brauche den „ganzen Einsatz“, damit Lebensräume wie Wiesen, Weiden und feuchtes Grünland geschaffen werden und in der Folge dort auch andere Arten wie Braunkehlchen und Bekassine einen Brutplatz finden könnten.  (mmo)

vogeldesjahres.de

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