Ärztliche Versorgung

Werra-Meißner-Kreis will Menschen aus Gesundheitsberufen Zukunftsperspektiven bieten

Gegen den Mangel von Ärzten und medizinischem Personal: Mit dem Projekte Land-Arzt-Leben versucht der Landkreis Zukunftsperspektiven zu schaffen.
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Gegen den Mangel von Ärzten und medizinischem Personal: Mit dem Projekte Land-Arzt-Leben versucht der Landkreis Zukunftsperspektiven zu schaffen.

Raus in die Welt ziehen, Abenteuer erleben und dabei die eigene berufliche Zukunft gestalten. Das ist es, was viele junge Menschen nach der Schule tun und weshalb sie den Werra-Meißner-Kreis, wo sie aufgewachsen sind, verlassen.

Werra-Meißner – Dass es in ihrer ehemaligen Heimat aber auch eine Zukunft geben kann, wollen die Verantwortlichen in der Kreisverwaltung des Werra-Meißner-Kreises den jungen Menschen, die für Studium und Ausbildung weggezogen sind, mit auf den Weg geben.

Dafür gibt es das Projekt Land-Arzt-Leben und die beiden untergeordneten Projekte Landtag und Landpartie:

Projekt: Land-Arzt-Leben

Das Projekt Land-Arzt-Leben von der Kreisverwaltung Werra-Meißner richte sich speziell an Auszubildende in Gesundheitsberufen und an Studierende der Medizin, Pharmazie, Psychologie und in den Gesundheitsfächern sowie natürlich auch an Fortgeschrittene, die ans Zurückkommen in den Landkreis oder ans Pendeln denken.

„Wir möchten darüber informieren, was sich in diesen Bereichen in der Gesundheitslandschaft des Kreises tut“, erklärt Kreissprecher Jörg Klinge dazu. An dem „nachhaltigen Projekt“ Land-Arzt-Leben werde bereits seit einigen Jahren gearbeitet, um die Zukunft und die Daseinsvorsorge im Landkreis im Blick zu haben.

In diesem Jahr sei natürlich alles etwas anders gewesen – besonders für die jungen Menschen, so Klinge. Für diese habe sich der Ausbildungs- und Studienbeginn völlig anders gestaltet als gedacht. Die Erwartung, sich auf den Weg zu machen um vom Leben zu lernen, sei für viele ausgebremst worden.

„Stattdessen sind Onlinestudien an der Tagesordnung. Die meisten sind erst einmal in der Heimat geblieben, mit der Hoffnung auf die Rückkehr zur Normalität.“

In der Kreisverwaltung wurde derweil der Newsletter „Heimvorteil“, mit dem man an die Heimatverbundenheit der jungen Menschen anknüpfen wolle, in die Online-Welt befördert worden. So wolle man die jungen Menschen über die Medien erreichen, die sie nutzen.

„Wir möchten ihnen zeigen, dass sich die Region und die Gesundheitslandschaft weiterentwickeln, dass sie sich auf Gewohntes, gewachsene Beziehungen und ein vertrautes Umfeld verlassen können“, sagt Reuß. Diese Art des Rückhalts sei besonders in der aktuellen Zeit wichtig.

Programm: Landtag

Das Projekt Landtag wurde im Jahr 2019 in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Weiterbildung Allgemeinmedizin der Universität Marburg initiiert, erklärt Klinge. Leider habe es pandemiebedingt in diesem Jahr kein Präsenstermin geben können.

Dafür könnten sich Interessierte unter dem Stichwort „Landtag individuell“ nach ihrem persönlichen Bedarf einen Beratungstag vereinbaren, an dem die berufliche und private Orientierung im Werra-Meißner-Kreis für die ganze Familie Beachtung finde. Die ganz individuelle Work-Life-Balance stehe dabei im Mittelpunkt. Gespräche würden dann mit verschiedenen Beratungsstellen geführt werden können. Sogar die Kosten für diesen Tag könnten übernommen werden.

Der „Landtag individuell“ werde weiterhin Bestand haben und das Projekt zusätzlich erweitert werden. Für das kommende Jahr plane die Kreisverwaltung zusätzlich ein Fortbildungsformat für Ärzte und Ärztinnen in der Weiterbildung.

Programm: Landpartie

Das Projekt Landpartie richte sich an Studierende der Humanmedizin, die ihr 14-tägiges Pflichtpraktikum in der Allgemeinmedizin im Kreis absolvieren wollen. Sie könnten Kosten für Unterkunft und Fahrtkosten bis zu 1000 Euro erhalten, erklärt Klinge.

Im Jahr 2019 seien über das Projekt zwei Studierende der Universität Marburg und in 2020 fünf Studierende der Universitäten Marburg und Göttingen unterstützt worden. Auch für das kommende Jahr gäbe es schon zwei Anmeldungen.

Es sei erfreulich, dass sich auch die Zahl der akkreditierten Lehrarztpraxen von sechs auf zehn erhöht hätten und ansässige Allgemeinmediziner damit das Projekt „Landpartie“ ebenfalls unterstützen würden, heißt es aus der Kreisverwaltung.

Ausblick

Inzwischen habe man feststellen können, dass es bei Interessenten erste Gedanken bezüglich Niederlassung oder Anstellung im Werra-Meißner-Kreis gibt, erklärt Landrat Stefan Reuß. „Aber das Pflänzchen ist noch zart.“ Dennoch sei man motiviert die Projekte weiter zu entwickeln, berichtet Reuß.  mai

Hinweis:

Interessierte können sich an Anja Fett wenden. Unter der Tel. 0 56 51/30 22 53 13 oder per E-Mail an anja.fett@werra-meissner-kreis.de. Weiter Informationen zu den Projekten gibt es außerdem im Internet: Land-Arzt-Leben unter land-arzt-leben.de/heimvorteil, Landtag unter land-arzt-leben.de/landtag und Landpartie unter land-arzt-leben.de/landpartie.

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