Krise 2015

Werra-Meißner: Viele Geflüchtete integriert - Kreis und Awo ziehen positives Fazit

Viele Geflüchtete integriert: Kreis und Awo ziehen positives Fazit 
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Viele Geflüchtete integriert: Kreis und Awo ziehen positives Fazit. Symbolbild

Fünf Jahre nach dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise ziehen die Kreisverwaltung und die Awo Werra-Meißner, die die Gemeinschaftsunterkünfte vor Ort betreibt, nun ein positives Fazit.

Werra-Meißner – Mehr als eine Million Geflüchtete reisten damals nach Deutschland ein und stellten den Staat und die Gesellschaft vor enorme Herausforderungen. Allein in den ersten beiden Jahren kamen über 1000 Menschen pro Jahr im Werra-Meißner-Kreis an.

Man könne „zufrieden zurückschauen“, bilanziert Uwe Kümmel, Leiter des Stabs Migration beim Werra-Meißner-Kreis. Anfang 2016 waren im Kreis 42 Gemeinschaftsunterkünfte mit 1402 Plätzen in Betrieb, die Zahl der wöchentlichen Zuweisungen lag zwischen 40 und 70 Personen. Derzeit werden noch 341 Menschen von der Awo in acht Unterkünften betreut (Stand Dezember 2020).

„Seit 2015 haben wir viel erlebt und geleistet. Es hat schöne und auch schwierige Erlebnisse gegeben“, sagt Runa Aasland-Jost, Fachbereichsleiterin Flüchtlingsbetreuung bei der Awo Werra-Meißner. Man habe viele Menschen begrüßt, kennengelernt und auch wieder gehen sehen.

Dass eine Vielzahl von Geflüchteten auf dem Weg in die Gesellschaft begleitet werden konnte, sei nur möglich gewesen, weil Verwaltung, hauptamtliche und ehrenamtliche Betreuer eng kooperiert hätten, sagt Kümmel. Den Menschen, die unentgeltlich so viel Zeit investiert hätten, gelte größter Dank. Landrat Stefan Reuß zieht ebenfalls ein positives Fazit, blickt aber auch auf die Gegenwart: „Wir haben viel erreicht, es bleibt aber auch weiterhin eine wichtige Aufgabe für uns, die Integration zu leben.“

Eine Statistik für die Anzahl der seit 2015 in den Kreis Geflüchteten gibt es laut Kümmel nicht. Das sei bedingt durch Weg- und Familienzuzüge nicht zielführend. Der Kreis schätze aber, dass rund 2800 Menschen mit Fluchthintergrund hier leben. Der Zuzug ist derweil sukzessive gesunken: 2020 wurden über das Landesaufnahmegesetz noch 117 Personen zugewiesen. 2019 waren es 124 Menschen – im Jahr 2016 waren es noch rund 1200.  

Von Maurice Morth

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