Besser campen in Grün

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Grüne Technik in einem alten Wohnmobil: Auf der Freizeitmesse Free ist im Detail zu sehen, wie das funktioniert.

Auch die Caravaning-Industrie kann – und will – das Thema Umweltschutz nicht ausklammern. Schließlich wäre es reichlich paradox, den Urlaub in der Natur zu propagieren – und dazu mit einem stinkenden und spritfressenden Wohnmobil anzureisen.

Die Einbauten an der Unterseite: Hier arbeitet die Technik von morgen.

Deshalb hat der Caravaning- Industrie-Verband Deutschland (CIVD) ein Reisemobil umgebaut und mit umweltschonenden Caravaning- Produkten nachgerüstet, die bereits auf dem Markt sind oder demnächst erhältlich sein werden. Es steht auf der Reise- und Freizeitmesse Free, und Sie können es besichtigen: Noch bis zum Sonntag, 27. Februar, in der Halle B4 an Stand 435. Auf den ersten Blick fällt natürlich die grüne Farbe des Fahrzeugs auf. Der genaue Blick auf die Karosserie zeigt nicht nur dem Experten, dass da kein utopisches Wundermobil steht, sondern ein normal aussehendes Wohnmobil. Das ist auch so gewollt, denn der CIVD will zeigen, dass Umweltschutz auch nachgerüstet werden kann und man sich nicht ein Neufahrzeug kaufen muss. Das rund zehn Jahre alte Fahrzeug hat als augenscheinlichste Öko-Ausstattung eine Markise mit Solarzellen, die die Bordbatterie aufladen kann. Allerdings handelt es sich dabei noch um einen Prototypen.

Mit einem Spiegel unter dem Auto werden die Einbauten an der Unterseite sichtbar: Ein Dieselpartikelfilter ermöglicht Fahrten in Umweltzonen. Darüber hinaus wurden in das Fahrzeug eine Standheizung mit Oxi-Kat, eine Methanol- Brennstoffzelle und eine neu entwickelte LPG-Brennstoffzelle eingebaut.

Die Markise mit Solarzellen kann die Bordbatterie aufladen und so den Strombedarf für den ganzen Urlaub decken.

Im Innenraum – der auf der Messe wegen der gekippten Aufstellung des Fahrzeugs nicht betreten werden kann – stehen ein Kühlschrank und ein Kocher mit extrem niedrigem Energieverbrauch, eingebaut sind zudem energiesparende LED-Leuchten und abgedunkelte Scheiben. Diese sollen in erster Linie für möglichst niedrige Innentemperaturen und damit geringeren Kühlaufwand der Klimaanlage sorgen. Eine Toilette mit Keramikinlay, für dessen Spülung besonders wenig Wasser verbraucht wird und die keine chemischen Zusätze benötigt, komplettiert die Ausstattung. Auf dem Dach wird die Satellitenanlage von einem Solarpanel gespeist. Zum Aufbau der Karosserie wurde Aluminium verwendet, das zu rund 90 Prozent aus Recycling- Quellen stammt.

Mit dem Green Caravaning- Showmobil rennt der CIVD offene Türen ein, wie das große Interesse auf der Free zeigt. „Das Erleben einer intakten Natur ist für Caravaner ein wichtiger Bestandteil ihres Urlaubs“, sagt CIVD-Geschäftsführer Hans-Karl Sternberg. Darum sei es Herzensangelegenheit der Wohnmobilisten und Camper, mit der Natur rücksichtsvoll umzugehen. Nicht nur der Urlaub, auch das Fahrzeug soll grün sein.

VOLKER PFAU

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