Fiat Freemont

Ein kerniger Kerl

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Begeistert: Unsere Testpilotinnen Katrin Basaran und die Tochter unseres Fotografen, die kleine Tori

Hinterm Steuer vom Fiat Freemont hat Katrin Baseran kurz die Welt um sich vergesssen. Die gemeinsamen Stunden mit dem Italo-Amerikaner...

Flash!!!! Da ist es passiert. Ein bisschen zu flott unterwegs, und schon hat es mich erwischt. Eiskalt. 

Wie ich später von einem freundlichen Beamten meiner zuständigen Polizeidienststelle erfahren darf, war ich doch um einiges zu schnell, und damit habe ich mir tatsächlich meinen ersten Punkt in Flensburg erfahren. Nichts, worauf ich stolz bin. Aber ein bisschen mitschuldig sind die von Fiat auch, schmolle ich gedanklich. Weil ich in deren Freemont saß – der Italo-Amerikaner segelte mich so sicher und angenehm über Landstraßen und Autobahnen, dass ich doch glatt den Blick aufs Tacho vergaß!

Mit diesem Ladevolumen kann man sogar für den Hausbau einkaufen: Die Sitze lassen sich so umlegen, dass selbst lange Bretter hineinpassen

Zwischen den schicken Flitzern, Coupés und Cabrios der Münchner Innenstadt unterscheidet sich der Freemont in etwa so wie ein Cowboy von lauter Bankangestellten. Mit seinen Ecken und Kanten fällt er auf. Nichts, bis auf die Räder, ist rund an dem SUV aus Turin, dem man durchaus eine gewisse Geländegängigkeit zutrauen würde. Er wirkt ebenso robust wie souverän. Seine Wurzeln liegen denn auch in Amerika und sind Ergebnis der Zusammenarbeit von Fiat und Chrysler, die ihre Modellpaletten angeglichen haben. So basiert der Freemont technisch weitgehend auf dem Dodge Journey und füllt gleichzeitig die Lücke, die der Fiat Ulysse nach Auslauf der Produktion Mitte 2010 hinterlassen hat.

Der Italo-Amerikaner Fiat Freemont

Der Italo-Amerikaner Fiat Freemont

Fiat Freemont Urban

(2.0 16V Multijet)

Leistung: 140 PS

Höchstgeschw.: 180 km/h

0 auf 100 km/h: 12,3 Sek.

max. Drehmoment: 350 Nm bei 1750 U/min

Verbrauch: 7,2 l (im Test kombiniert)

CO2: 169 g/km

Preis: ab 25.990 Euro

(unser Testmodell: 27.290 Euro)

Dennoch galt es, den alten Journey oder neuen Freemont so auszurüsten, dass er den Anforderungen der Alten Welt gerecht wird. Und hier haben die Italiener ganze Arbeit geleistet. Der 4,89 Meter lange und 1,9 Tonnen schwere Wagen weist einen ansprechend gestalteten Innenraum auf. Materialien und deren Verarbeitung wirken robust und hochwertig, wenn auch Attribute wie „edel“ oder „elegant“ nicht passend wären. Da ist alles klar und funktional, irgendwie erfrischend pur, kein Chichi, kein Schnickschnack. Die Sitze verwöhnen den Rücken jedoch mit ihrer Anpassungsfähigkeit, und die erhöhte Position schafft eine prima Rundumsicht. Platz gibt es auch in der zweiten Reihe reichlich, und bei Bedarf lässt sich der SUV sogar zu einem Siebensitzer umfunktionieren. Kritiker bemängeln lediglich die geringe Anhängelast des Freemont, die derzeit 1100 Kilo beträgt, von Fiat allerdings noch einmal überarbeitet werden soll.

Mein Gepäck schluckt der Freemont jedenfalls mühelos. Selbst ein Transport von Mutters antiken Schränkchen und diversen anderen Kleinmöbeln bewältigt der Italo-Amerikaner mit seinem Kofferraumfassungsvermögen von 1461 Litern bestens. Auf den Straßen bewegt sich der Freemont cool und lässig. Stark und durchzugskräftig arbeitet der 140-PS-Dieselmotor (der größere verfügt über 170 PS), der von null auf 100 km/h in 12,3 Sekunden beschleunigt. An der Straßenlage gibt’s dank des stattlichen Radstandes von 2,89 Metern nichts zu meckern. Das Fahrwerk ist straff abgestimmt und lässt den Freemont auch bei anspruchsvollen Kurven nicht ins Schlingern oder Schwanken geraten. Für mich beeindruckend ist die für seine Länge von knapp 4,9 Metern enorme Wendigkeit in engen Parkhäusern, die von einer prima arbeitenden hydraulischen Servolenkung unterstützt wird. Noch ein Wort zum Verbrauch: 7,2 Liter kombinierter Durchschnittsverbrauch erscheinen durchaus vertretbar.

Fazit:

Der Fiat Freemont ist Raumwunder, Limousine, Tourer und guter Kumpel zugleich. Empfehlenswerte Alternative zum üblichen städtischen SUV-Getümmel. Seine wohltuenden Ecken und Kanten machen ihn zu einem echt kernigen Kerl.

Katrin Basaran

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